Starker Start in den Mai für US-Aktien. Die Wall Street knüpft an den Rally-Monat April an und markiert neue Rekorde. Der S&P 500 steigt am Freitag um 0,3 Prozent und erreicht ein frisches Allzeithoch. Auch der Nasdaq legt um 0,9 Prozent zu und klettert auf Rekordniveau. Nur der Dow Jones fällt leicht um 0,3 Prozent zurück.
Kurstreiber sind einmal mehr Tech-Werte – allen voran Apple. Die Aktie legt nach Zahlen 3,2 Prozent zu und kratzt zwischenzeitlich sogar am Allzeithoch.
Auch beim Thema KI-Militär zieht das Tempo an. Das Pentagon erweitert die Zusammenarbeit mit großen Tech-Konzernen deutlich. Neben Microsoft und Amazon sind nun auch Nvidia und Oracle stärker eingebunden. Die neuen Vereinbarungen erlauben einen breiteren Einsatz von KI-Systemen. Auch in sensiblen militärischen Anwendungen.
Damit verschärft sich der Wettlauf um die Vorherrschaft bei KI weiter. Gleichzeitig zeigt sich: Die großen Tech-Konzerne werden immer stärker zu strategischen Partnern für den Staat, mit entsprechend hohen Budgets und langfristigen Aufträgen.
Öl
Für zusätzliche Entlastung sorgt der Ölmarkt. Die Preise geben deutlich nach. US-Öl fällt um rund 3 Prozent auf etwa 102 Dollar je Barrel, Brent rutscht auf gut 108 Dollar. Hintergrund sind neue Hoffnungen auf eine Entspannung im Iran-Konflikt. Signale aus Teheran deuten auf Gesprächsbereitschaft hin, auch wenn US-Präsident Donald Trump betont, er sei mit dem aktuellen Vorschlag „nicht zufrieden“.
Sehr starke Zahlensaison
Die Kombination aus fallenden Ölpreisen, soliden Unternehmenszahlen und robuster Konjunktur treibt die Märkte weiter an. Rund 81 Prozent der S&P-500-Unternehmen haben die Erwartungen im ersten Quartal übertroffen. Das sorgt für Rückenwind – und relativiert gleichzeitig die Sorgen rund um Inflation und Zinsen.
Auch auf Wochensicht zeigt sich die Stärke: Der S&P 500 legt die fünfte Woche in Folge zu und markiert damit die längste Gewinnserie seit 2024. Der April war für die großen Indizes der beste Monat seit 2020.
Warnende Stimmen
Ganz ohne Risiken bleibt die Lage jedoch nicht. Mehrere Fed-Vertreter warnen vor anhaltendem Inflationsdruck, auch wegen steigender Energiepreise. Zudem sorgt Donald Trump mit neuen Zoll-Drohungen gegen die EU für Unsicherheit.
Trotzdem: Der Mai startet mit Rückenwind.
Berkshire Hathaway im Fokus
Am Wochenende steht das erste große Aktionärstreffen unter CEO Greg Abel an. Der Nachfolger von Warren Buffett steht bereits unter Druck: Die Berkshire-Aktie hat den S&P 500 in den vergangenen zwölf Monaten deutlich underperformt.
Abel selbst gibt sich vor dem Treffen betont gelassen. Inflation sei „auf diesem Niveau beherrschbar“. Mit Blick auf Führungswechsel bei Beteiligungen wie Apple und Coca-Cola zeigte er sich optimistisch. Die neuen Chefs seien „die richtigen Leute“.
Amgen, Linde und Roku nach Zahlen
Auch Amgen steht nach Zahlen im Fokus. Der Pharma-Konzern übertrifft mit einem Gewinn je Aktie von 5,15 Dollar und einem Umsatz von 8,62 Milliarden Dollar die Erwartungen leicht. Dennoch gibt die Aktie nach, da sich das Wachstum bei einigen wichtigen Medikamenten uneinheitlich entwickelt.
Linde überzeugt hingegen. Der Industriegase-Konzern übertrifft im ersten Quartal mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 4,33 Dollar und einem Umsatz von 8,78 Milliarden Dollar die Erwartungen. Besonders das Geschäft mit Elektronik sorgt für Rückenwind. Die Prognose für das Gesamtjahr wird am oberen Ende eingegrenzt. Die Aktie reagiert mit einem Rekordhoch.
Roku überzeugt ebenfalls. Die Aktie steigt nach Zahlen um rund 6 Prozent. Der Streaming-Anbieter übertrifft im ersten Quartal mit 57 Cent Gewinn je Aktie und einem Umsatz von 1,25 Milliarden Dollar klar die Erwartungen. Vor allem das Werbegeschäft und steigende Abonnentenzahlen treiben das Wachstum. Analysten heben ihre Kursziele für die Aktie an.
Was sonst noch rund um den 1. Mai los war, lesen Sie in den folgenden Beiträgen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple, Microsoft, Nvidia.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple, Amazon, Berkshire Hathaway.
Aktien der Amazon, Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
01.05.2026, 22:46