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14.02.2021 Martin Mrowka

Neue Woche – neue Rekorde bei DAX und Co? Wall Street verspätet sich

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DAX

Geht es nach den Experten in den Bankhäusern, dürfte der DAX seinen jüngst kurz unterbrochenen Rekordlauf fortsetzen. "Die Verschnaufpausen an den Aktienmärkten sind nach wie vor von nur kurzer Dauer", sagte etwa Analyst Markus Reinwand von der Helaba. Der Markt werde weiterhin durch einen Mangel an Anlagealternativen getrieben. Was in der neuen Woche ansteht, zeigt der Wochenausblick.

Die Berichtssaison rückt in den Hintergrund, das Augenmerk liegt in der neuen Börsenwoche auf neuen Wirtschaftssignalen. Wichtigster Taktgeber für den deutschen Aktienmarkt bleibt dabei nach wie vor die USA samt ihrer von Bestmarke zu Bestmarke eilenden Indizes - auch wenn am Montag feiertagsbedingt zunächst Impulse von dieser Seite ausbleiben. Wegen "Washington's Birthday" startet der Handel an der Wall Street verspätet erst am Dienstag.

Der DAX ging am Freitag bei 14.049 Punkten ins Wochenende. Am Montag hatte er bei 14.169 Zählern ein neues Rekordhoch markiert. Auf Wochensicht zeigte sich der Leitindex letztlich fast unverändert mit minus 0,05 Prozent. Der MDAX hatte am Freitag bereits ein neues Rekordhoch bei knapp 32.634 Punkten markiert.

DAX (WKN: 846900)

Auf der einen Seite richten optimistische Anleger ihren Blick in die Zukunft und hofften auf "ein positives wirtschaftliches Umfeld nach Corona", so Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Auf der anderen Seite stünden pessimistische Anleger, "die sehen, dass sich durch die ständig verlängerten Lockdowns auch die wirtschaftliche Erholung noch weiter nach hinten verschieben wird". Alles in allem aber rechnen Börsenexperten in nächster Zeit mit einer Fortsetzung der Rallye dies- und jenseits des Atlantiks.

Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect glaubt, dass sich der Fokus zunehmend von Unternehmensnachrichten abwenden und verstärkt auf das Gesamtwirtschaftliche richten wird. Außer Frage stehe dabei, ob sich die Wirtschaft erhole, als vielmehr wann die Erholung weiter Fahrt aufnehme. Das werde den DAX in nächster Zeit entweder in Richtung weiterer Rekorde über 14.170 Punkten oder nochmals abwärts in Richtung der Januar-Tiefen 13.500 bis 13.300 Punkte schicken.

"Spekulative Exzesse bei einigen Einzelwerten irritieren kaum"

Allgemein werden aus den USA wieder zahlreiche positive Konjunkturdaten erwartet - und auf mögliche Fortschritte für das Corona-Hilfspaket unter dem neuen Präsidenten Joe Biden gehofft. Zugleich stützen die Notenbanken mit ihrer unvermindert expansiven Geldpolitik die Aktienmärkte, weshalb laut Volkswirt Ulrich Kater von der Deka Bank die jüngsten "spekulativen Exzesse beim Bitcoin oder einigen Einzelwerten in den USA an den Aktienmärkten kaum irritieren".

Rückläufige Neuinfektionszahlen in zahlreichen Ländern sowie Fortschritte bei den Impfungen gegen das Corona-Virus geben zugleich Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Lockdowns. Und in Italien steigen mit Mario Draghi als neuem Ministerpräsidenten die Hoffnungen auf eine stabile und verlässliche Regierung.

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Neue DAX-Höhen voraus

"In der neuen Handelswoche dürfte wieder mehr Schwung in den deutschen Markt kommen", sagte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect. Grund dafür seien die vielen Konjunkturdaten aus Deutschland, aber auch aus anderen Ländern, die in Anbetracht der Inflationserwartungen wichtige Hinweise geben sollten. Der Fokus werde sich zunehmend von Unternehmensnachrichten abwenden und verstärkt auf das Gesamtwirtschaftliche richten.

Ein weiterer Marktexperte rechnet damit, dass die noch ausstehende Genehmigung des gewaltigen Fiskalpakets in den USA und das absehbare Ende der umfangreichen Corona-Beschränkungen hierzulande den DAX in neue Höhen katapultieren werden. Stratege Robert Greil von der Privatbank Merck Finck sieht außerdem weitere Impulse aufgrund "der expansiven Notenbanken, der Aussicht auf eine frühzyklische Erholung sowie der aktuellen politischen Entwicklungen". All dies steigere nach wie vor die Risikobereitschaft der Investoren.

Wegweisende Konjunkturdaten

Wichtige konjunkturelle Frühindikatoren stehen in der neuen Woche für die Eurozone und Deutschland an und auch in den Vereinigten Staaten werden wegweisende Daten veröffentlicht. Zum einen befinden sich am Freitag die stark beachteten Einkaufsmanager-Indizes für die Euroregion auf der Agenda, zum anderem die Schätzungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zur deutschen Wirtschaft am Dienstag.

Darüber hinaus werden am Montag die viel beachteten Daten zur Industrieproduktion der Eurozone bekannt gegeben. In den USA dürfte sich die Aufmerksamkeit vor allem auf die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion am Mittwoch richten.

Vier DAX-Werte mit endgültigen Quartalszahlen

Unter den Einzelwerten werden am Mittwoch vor allem Beiersdorf, am Donnerstag Airbus, Daimler und MTU Aero Engines und am Freitag die Allianz mit Quartalszahlen in den Blick rücken. Beim Versicherer Allianz dürfte Analysten zufolge vor allem der Ausblick auf 2021 im Fokus stehen, doch ein Aktienrückkauf-Programm werde es wohl vor allem wegen des politischen Drucks nicht geben, hieß es etwa von der Deutschen Bank.

Der Autobauer Daimler indes hatte bereits vorläufige Zahlen berichtet, so dass sich hier wohl das Augenmerk vor allem auf die Details richten dürfte. (Mit Material von dpa-AFX)

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