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22.09.2020 Thomas Bergmann

DAX mit Last-Minute-Absacker – Stabilisierung auf wackligen Beinen – Grenke erholt sich

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DAX

Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Lage nach dem Kursrutsch zu Wochenbeginn stabilisiert. So erholte sich der DAX am Dienstag um 0,41 Prozent auf 12.594,39. Das Plus wäre rund doppelt so groß ausgefallen, hätte er nicht in der Schlussauktion noch einmal 50 Zähler abgeben müssen. Am Montag hatte er wegen der hohen Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus mehr als vier Prozent eingebüßt und war auf den niedrigsten Stand seit Anfang August abgerutscht. 

Angesichts der wieder erhöhten Corona-Sorgen griffen die Anleger nun wieder bei den vermeintlichen Gewinnern der Coronakrise zu. So stiegen die Aktien des Essenslieferdienstes Delivery Hero als bester DAX-Wert um 4,5 Prozent und die des Kochboxenversenders HelloFresh im MDAX um 2,9 Prozent. 

Bei den Aktien von United Internet und 1&1 Drillisch war ein Erholungsversuch angesagt. Für die United-Papiere ging es um 6,7 Prozent, bei der Mobilfunktochter 1&1 um 4,2 Prozent aufwärts. Am Montag waren beide Papiere wegen eines Streits mit Telefónica Deutschland um den Zugang zu deren O2-Netz um bis zu 28 Prozent eingebrochen.

Auch bei Grenke bekamen die Optimisten wieder etwas Oberwasser: Die zuletzt wegen Vorwürfen eines Leerverkäufers schwer unter Druck geratenen Aktien des Leasinganbieters stiegen um 7,3 Prozent. Damit setzten sich die starken Schwankungen vom Montag und der vergangenen Woche fort.

Am Devisenmarkt geriet der Euro wegen der steigenden Coronavirus-Infektionen in Europa unter Druck und fiel auf 1,1709 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1740 Dollar festgesetzt, der Dollar hatte damit 0,8518 Euro gekostet.

DAX (WKN: 846900)

Positiv ist, dass sich der DAX nach dem Ausverkaufstag am Montag wieder etwas erholt hat. Allerdings liegt die wichtige Unterstützung bei 12.500 nur 100 Zähler weg. Ein Engagement auf der Long-Seite ist mit Vorsicht zu genießen, zumal der Crash-Monat September auch noch nicht vorbei ist. DER AKTIONÄR entscheidet am Mittwochvormittag über das weitere Vorgehen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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