DAX erneut im Minus: Siemens Energy weiter auf Rekordjagd, Deutsche Telekom bricht ein

DAX erneut im Minus: Siemens Energy weiter auf Rekordjagd, Deutsche Telekom bricht ein
Foto: Immersion Imagery/Shutterstock
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Annalena Götz Heute, 18:30 Annalena Götz

Trotz der verlängerten Waffenruhe im Nahost-Konflikt agieren die deutschen Anleger am Mittwoch vorsichtig. DAX und MDAX gehen den dritten Tag in Folge mit roten Vorzeichen aus dem Haupthandel. Solange die US-Seeblockade iranischer Häfen fortgesetzt wird, bleiben Engpässe bei Öl und Gas bestehen. Unternehmen stehen deshalb weiterhin unter Druck.

Kurz vor Handelsschluss rutschte der DAX auf ein Tagestief von 24.152 Punkten ab und zeigte damit zum Ende der Sitzung einen spürbaren Verkaufsdruck. Mit dem Tagesschlusskurs bei 24.195 Punkten (minus 0,3 Prozent) verteidigt der deutsche Leitindex aber weiterhin wichtige charttechnische Unterstützungen in Form des GD50 und GD200. Deutlich schwächer präsentierten sich heute die Mid Caps und Small Caps: Der MDAX gab 0,6 Prozent und der SDAX 0,5 Prozent nach. 

DAX (WKN: 846900)

Top: Siemens Energy, RWE und Infineon

Bei den Einzelwerten griffen die Anleger am Mittwoch vor allem bei den Energie- und Halbleitertiteln zu und katapultierten Siemens Energy mit einem Kursgewinn in Höhe von 7,4 Prozent an die DAX-Spitze. Dahinter folgen RWE (plus 3,4 Prozent) sowie Infineon (plus 3,0 Prozent). 

Der Rückenwind für Siemens Energy kommt von starken Vorgaben aus der Branche: Das Schweizer Unternehmen ABB meldete einen überraschend hohen Auftragseingang im ersten Quartal. Auch von US-Konkurrent GE Vernova gab es überragende Zahlen: Der Umsatz kletterte im Q1 um 16 Prozent auf 9,34 Milliarden Dollar, der Gewinn sprengte die Erwartungen. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde angehoben. 

Siemens Energy (WKN: ENER6Y)

RWE erhielt in dieser Woche doppelt Unterstützung von Analystenseite: Die UBS hob ihr Kursziel von 55 auf 65 Euro an und zählt den Energieversorger aus Essen nach einer gewonnenen Ausschreibungsrunde der britischen Regierung für Offshore-Windenergieanlagen zu den Branchenfavoriten. Barclays bekräftigte das Overweight-Rating mit einem Kursziel von 66 Euro und sieht die Aussicht auf mehr Klarheit bei der Kraftwerksstrategie der Bundesregierung als positives Signal.

Flop: Deutsche Telekom, MTU und Commerzbank

Am anderen Ende des Tableaus geraten die Deutsche Telekom (minus 4,7 Prozent), MTU Aero Engines (minus 3,8 Prozent) und die Commerzbank (minus 3,4 Prozent) unter die Räder. 

Die Meldung klang eigentlich nach einem großen Wurf: Am Dienstag berichtete Bloomberg über die Idee der Deutschen Telekom, sich mit der US-Tochter T-Mobile zu einem Unternehmen zusammenzuschließen. In der ersten Euphorie reagierte die Aktie positiv, doch im Laufe des Tages machte sich Skepsis breit: zu viele offene Fragen, zu hohe regulatorische Hürden. Analysten warnen außerdem, dass die Finanzierung zur echten Belastung werden könnte. Anleger zogen daraufhin erst einmal die Reißleine. Die Deutsche Telekom ist damit weiter im Rückwärtsgang unterwegs. 

Deutsche Telekom (WKN: 555750)

Auch bei MTU ging es im schwierigen Marktumfeld deutlich abwärts. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die anhaltend hohen Preise für fossile Energien lassen die Risiken für die Luftfahrtbranche steigen. Analysten sehen die Branche insgesamt eher auf der Kippe – und MTU gehört laut Einschätzung des JPMorgan-Analysten David Perry sogar zu den Kandidaten mit erhöhtem finanziellen Risiko.

MDAX: Tui unter Druck, K+S führt an

Die Tui-Aktie rutschte heute um 3,5 Prozent ab. Grund: Der Tourismuskonzern musste seine Jahresziele zusammenstreichen. Schuld ist vor allem der Iran-Konflikt: Kunden buchen kurzfristiger, die Nachfrage schwächelt. Immerhin: Operativ läuft es besser als gedacht.

Ganz anders sieht das Bild beim Düngemittelhersteller K+S aus: Der Kurs ging nach überraschend starken Quartalsergebnissen mit einem Gewinn in Höhe von 8,7 Prozent aus dem Handel. Für das Gesamtjahr stellt das Unternehmen nun ein EBITDA zwischen 630 Millionen Euro und 730 Millionen Euro in Aussicht, nachdem zuvor 600 Millionen Euro bis 700 Millionen Euro erwartet wurden.

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