Der DAX muss heute eine Warnung aus Cupertino verarbeiten: Apple hat zwar so viel umgesetzt wie nie zuvor in einem Septemberquartal, stellt für das Weihnachtsquartal in der Telefonkonferenz mit Analysten aber eine deutlich niedrigere Bruttomarge in Aussicht – wegen teurer Speicherchips. Die Aktie fiel nachbörslich um knapp drei Prozent, und im DAX rückt Infineon in den Blick.
Apple-Aktie: Warum die Speicher-Warnung bis in den DAX reicht
Apple setzte im Septemberquartal 114,48 Milliarden Dollar um, 11,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Bruttomarge lag bei 47,9 Prozent, darin steckt aber rund ein Prozentpunkt einmaliger Zollerstattungen. Für das Dezemberquartal rechnet der Konzern nur noch mit 45 bis 46 Prozent. Konzernchef John Ternus nennt die Lage am Speichermarkt „beispiellos“ und erwartet hohe Speicherkosten über das laufende Quartal hinaus.
Der Mechanismus dahinter: Die Nachfrage aus KI-Rechenzentren treibt die Preise für Speicherchips, Gerätebauer wie Apple zahlen die Rechnung. Infineon verdient auf der anderen Seite. Die Münchner nennen die Stromversorgung für KI-Rechenzentren als wichtigsten Wachstumstreiber, Massenspeicher stellen sie nicht her. Apples Margenproblem ist die Kehrseite des Geschäfts, von dem Infineon lebt.
An der Wall Street wächst die Skepsis, ob sich die KI-Milliarden rechnen. Der Nasdaq 100 fiel gestern um 1,4 Prozent auf den tiefsten Stand seit Ende Juli. Kippt die Stimmung zu den KI-Investitionen, hilft Infineon die Nähe zum Rechenzentrum nicht.
Der DAX schloss am Montag bei 25.981 Punkten, über 26.000 kam er nur im Tageshoch bei 26.022 Punkten. Darüber wartet das Hoch vom 4. September bei 26.168 Punkten, der Index liegt 0,71 Prozent darunter. Unter dem Allzeithoch vom 28. August bei 26.619 Punkten liegt er 2,4 Prozent. Nach unten bildet die 50-Tage-Linie bei 25.576 Punkten die erste Unterstützung, darunter die Zone zwischen 25.508 und 25.523 Punkten aus Januar-Hoch und 100-Tage-Linie. Die steigende 200-Tage-Linie verläuft bei 24.901 Punkten, der DAX notiert 4,34 Prozent darüber. Rutscht er unter 25.500 Punkte, rückt das Tief vom 8. Oktober bei 24.793 Punkten in den Blick, knapp unter der 200-Tage-Linie.
Heute um 22:15 Uhr legt AMD Zahlen vor, um Mitternacht deutscher Zeit schließen die ersten Wahllokale der US-Zwischenwahlen. Infineon selbst berichtet am 10. November über das abgelaufene Geschäftsjahr.
Welchen Aktien nach schwachen Jahren die Wende gelingen könnte, zeigt die aktuelle Ausgabe des AKTIONÄR. Im Titelthema „Der Turnaround-Check“ stellt die Redaktion fünf Aktien vor, die wieder Fahrt aufnehmen.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
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