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21.06.2021 Markus Bußler

Chef-Analyst: Dow & Co vor 20-Prozent-Korrektur

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DowJones

Mark Zandi von Moody's Analytics hat eine Botschaft für Investoren: Machen Sie sich auf eine deutliche Marktkorrektur gefasst. Der Chefvolkswirt des Unternehmens erwartet, dass eine restriktivere Haltung der Federal Reserve einen Rückschlag von 10 bis 20 Prozent auslösen wird. Im Gegensatz zu den starken Einbrüchen der letzten Jahre rechnet Zandi nicht mit einer schnellen Erholung, weil der Markt sehr hoch bewertet ist. Er schätzt, dass es ein Jahr dauern könnte, bis die Gewinnschwelle wieder erreicht ist.

„Der Gegenwind für den Aktienmarkt nimmt zu“, sagte Zandi am Freitag in der CNBC-Sendung „Trading Nation“. „Die Federal Reserve muss hier einen Gang zurückschalten, weil die Wirtschaft so stark ist.“ Er deutet an, dass die Korrektur bereits im Gange sein könnte. Der Dow hat gerade seinen größten Wochenverlust seit Oktober 2020 erlitten und ist um 3,45 Prozent gefallen. Der breitere S&P 500 hat seine schlechteste Woche seit Ende Februar erlebt. Der technologielastige Nasdaq hatte ebenfalls eine Verlustwoche, ist aber nur 1,28 Prozent von seinem Allzeithoch entfernt.

Trotz seiner Marktwarnung glaubt Zandi, dass die Wirtschaft eine Rezession abwenden wird, da der Abschwung eher auf eine Übertreibung der Preise für Risikoanlagen als auf ein ernsthaftes fundamentales Problem zurückzuführen ist. „Die Wirtschaft wird auf Hochtouren laufen“, sagte er. „Die Arbeitslosigkeit wird niedrig sein. Das Lohnwachstum wird stark sein.“ Zandi läutet schon seit Monaten die Alarmglocken bezüglich der Inflation. In der Sendung „Trading Nation“ Anfang März behauptete Zandi, die Inflation stehe "unmittelbar bevor" und die Investoren würden die Risiken nicht vollständig begreifen. Laut Zandi ist dies immer noch ein Problem, das Aktienmarkt- und Anleiheinvestoren betrifft. Zandi sieht wenig Chancen, dass die Benchmark-Rendite der 10-jährigen Treasury-Note weiter fallen wird. „Ich würde nicht damit rechnen, dass die Zinsen für lange Zeit bei 1,5 % bleiben, wenn man bedenkt, was gerade passiert“, fügte er hinzu.

Aktien und Anleihen sind nicht die einzigen Risikoanlagen, die seine Aufmerksamkeit erregen. Zandi sieht auch weitere Probleme durch den Ausverkauf von Rohstoffen und Kryptowährungen aufziehen. Außerdem macht er sich Sorgen über die Nachhaltigkeit eines starken Immobilienmarktes inmitten höherer Hypothekenzinsen. „Die Inflation wird höher sein als vor der Pandemie", so Zandi. "Die Fed kämpft seit mindestens einem Vierteljahrhundert darum, die Inflation in die Höhe zu treiben, und ich denke, dass sie das auch schaffen wird.“

Zandi malt hier ein sehr düsteres Bild. Sicher: Die Inflation ist da und sie scheint für die kommenden Monate das beherrschende Thema zu sein. Doch per se ist ein inflationäres Umfeld nicht zwangsläufig schlecht für Aktien – und schon gar nicht für Rohstoffe.

DowJones (ISIN: DE000DB2KFA7)

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