Kein Zinsschritt im Juli. Die US-Notenbank Federal Reserve belässt den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Doch die Notenbank ist tief gespalten: Drei FOMC-Mitglieder stimmten für eine sofortige Zinserhöhung. Anleger warten auf die Pressekonferenz von Notenbankchef Kevin Warsh um 20:30 Uhr.
Die US-Notenbank Federal Reserve hält an ihrer aktuellen Geldpolitik fest. Der Zielkorridor für die Federal Funds Rate verharrt wie von der Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet im Bereich von 3,50 bis 3,75 Prozent.
Damit belässt die Fed den Leitzins das fünfte Mal in Folge unverändert. Trotz des anhaltenden Inflationsdrucks und der Spekulationen an den Terminmärkten verzichtet die Notenbank vorerst auf eine erneute Straffung.
Gespaltenes Votum: Drei Stimmen für Zinserhöhung
Das Ergebnis fiel jedoch mit 9 zu 3 Stimmen deutlich gespalten aus. Die regionalen Notenbank-Präsidenten Beth Hammack (Cleveland), Neel Kashkari (Minneapolis) und Lorie Logan (Dallas) stimmten formell gegen die Entscheidung und forderten eine Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte. Als Begründung führt das FOMC eine weiterhin erhöhte Inflation an, die teilweise auf Angebotsschocks im Energiesektor zurückzuführen ist.
Blick richtet sich auf Warsh-Pressekonferenz
Um 20:30 Uhr europäischer Zeit tritt Fed-Chef Kevin Warsh vor die Presse. Anleger achten vor allem darauf, welche Signale Warsh zur künftigen Datenabhängigkeit ohne Vorabfestlegung ("Forward Guidance") sendet.
Warsh in Pressekonferenz: "Werden nicht zögern zu handeln"
In der anschließenden Pressekonferenz verdeutlichte Fed-Chef Kevin Warsh den neuen Kurs der US-Notenbank. Warsh betonte, dass die Fed den Märkten wieder mehr Raum zur eigenen Preisfindung geben wolle und sich bewusst bei der Vorauskommunikation ("Forward Guidance") zurückhalte. Die Märkte würden nun wieder unmittelbarer auf wirtschaftliche Ereignisse reagieren, was eine positive Entwicklung sei.
Gleichzeitig stellte der Notenbankchef klar, dass die Fed beim Thema Teuerung keine Kompromisse eingehe: "Es gibt kein weiches Inflationsziel." Die Notenbank beobachte derzeit eine spürbare Straffung der nominellen und realen Zinsen am Markt. Sollte der Preisdruck jedoch nicht wie gewünscht nachlassen, bleibe die Zinsoption fest auf dem Tisch. Warsh unterstrich: "Wir werden nicht zögern zu handeln."
Die US-Börsen zeigen sich nach den Aussagen von Warsh weiterhin leicht im Minus, konnten ihre anfänglichen Verluste jedoch etwas eindämmen.
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