Die Inflationsdaten aus den USA sind da. Im April sind die Verbraucherpreise stärker gestiegen als erwartet. Dennoch reagieren die Börsen zunächst positiv auf die Daten. Der DAX reduziert die zuvor deutlichen Verluste und auch bei den Futures an der Wall Street werden die roten Vorzeichen kleiner.
Im April stiegen die Verbraucherpreise zum Vorjahr um 3,8 Prozent. Experten hatten mit 0,1 Prozentpunkten weniger gerechnet. Die Kernrate, bei der die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie nicht berücksichtigt werden, lag bei 2,8 Prozent – ebenfalls 0,1 Prozentpunkte über der Konsensschätzung.
Damit ist die Inflation in den USA so hoch wie seit Mai 2023 nicht mehr. Zudem ist die Kerninflation nach wie vor deutlich zu hoch. Die Fed peil eigentlich hier ein Ziel von zwei Prozent an. Auffällig ist aber auch, dass ein erheblicher Preisdruck aus dem Energiesektor – hier sind die Preise auf 12-Monats-Sicht um 17,9 Prozent gestiegen – kommt und der Unterschiede zwischen Inflation und Kerninflation relativ groß sind.
Schlechte Nachrichten gab es auch für die Arbeitnehmer. So sind die realen durchschnittlichen Stundenlöhne zum Vorjahr um 0,3 Prozent gefallen.
Spannend wird vor allem, wie die Fed nun unter dem designierten Vorsitzenden Kevin Warsh auf die Daten reagieren wird. Zuletzt hat die Notenbank den Leitzins das ganze Jahr unverändert belassen – es gab aber schon einzelne Stimmen für eine Zinssenkung. Wie das mit der steigenden Inflation in Einklang zu bringen ist, wird eine der entscheidenden Fragen für Warsh.
Die Inflation ist höher als erwartet ausgefallen. Ein Preisschock blieb aber aus. Der DAX und die US-Futures reagieren entsprechend auch klar positiv auf die Daten. DER AKTIONÄR ist für die Börse ebenfalls weiter bullish gestimmt. Während S&P 500 und Nasdaq 100 bereits neue Rekorde erreicht haben, sollten die Leitindizes DAX und Dow Jones bald nachziehen.
Heute, 14:41