Für das sogenannte „InfoFi“-Modell war der Donnerstag ein schwarzer Tag. Elon Musks Plattform X macht ernst im Kampf gegen Spam-Bots – und trifft damit einige Krypto-Projekte ins Mark. Das erste prominente Opfer: Der Token des InfoFi-Netzwerks Kaito.
Der Grund: Eine Änderung der API-Richtlinien. Anwendungen, die Nutzer für Interaktionen auf der Plattform finanziell belohnen, verlieren ab sofort ihren Zugang. Nikita Bier, Product Lead bei X, wurde deutlich: „Wir haben den API-Zugriff widerrufen.“ Das Ziel sei es, die Nutzererfahrung zu verbessern, sobald „die Bots merken, dass sie nicht mehr bezahlt werden“. Bier bezeichnete den Output der InfoFi-Sparte abfällig als „AI Slop“ und „Reply Spam“.
Besonders bitter für die Entwickler ist der sarkastische Ratschlag von X-Manager Bier: Wer gesperrt wurde, solle sich melden – man helfe gerne beim Umzug zu „Threads und Bluesky“.
Die Marktreaktion folgte prompt und brutal. Der Kaito-Token rutschte unmittelbar nach der Ankündigung ab und notiert aktuell bei rund 0,54 Dollar – ein Minus von 22 Prozent. Die Marktkapitalisierung schrumpfte auf 140 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Kurz nach dem Airdrop im Februar 2025 lag diese noch bei rund 530 Millionen Dollar.
Das Kaito-Management versucht die Flucht nach vorn. Gründer Yu Hu kündigte das Aus für die bisherigen Kernprodukte „Yaps“ und die incentivierten Leaderboards an. Stattdessen soll „Kaito Studio“ folgen – eine Plattform, die sich stärker an klassischem Marketing orientiert. Hu räumte via X ein: Trotz verschiedener Filter und Anpassungen sei es im Zusammenspiel mit Algorithmus-Änderungen nicht gelungen, die Qualitätsprobleme und den Spam im „breiteren Krypto-Raum“ in den Griff zu bekommen.
Für Kaito bedeutet der Schritt das Ende des bisherigen Geschäftsmodells. Ob der Pivot zum reinen Marketing-Tool das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen kann, ist fraglich. Der Markt hat sein Urteil vorerst gefällt.
Heute, 14:05