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Ist Bitcoin unterbewertet? Wall Street rüstet sich für Aufholjagd

Ist Bitcoin unterbewertet? Wall Street rüstet sich für Aufholjagd
Foto: Midjourney/BMAG_KI
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Philipp Schleu 27.01.2026, 16:00 Philipp Schleu

Bitcoin schwächelt, Gold glänzt, doch die Institutionellen bleiben stur. Während der Krypto-Markt seit dem Oktober-Crash seine Wunden leckt und Bitcoin rund 30 Prozent unter seinem Allzeithoch notiert, wittert das große Geld kein Scheitern, sondern eine Einstiegschance. Die These der Profis: Der Markt unterschätzt das digitale Asset massiv.

Laut dem aktuellen „Charting Crypto Q1 2026“-Report der US-Börse Coinbase herrscht unter den Schwergewichten des Marktes eine bemerkenswerte Einigkeit. Rund 71 Prozent der befragten institutionellen Investoren halten Bitcoin auf dem aktuellen Niveau zwischen 85.000 und 95.000 Dollar für unterbewertet. Zum Vergleich: Nur magere vier Prozent der Profis halten den aktuellen Preis für überzogen.

Die Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität ist scharf gezeichnet. Aktuell pendelt die Kryptowährung bei rund 87.600 Dollar – ein weiter Weg zurück zu den 126.080 Dollar von Anfang Oktober. Der Grund für die Kursdelle: Ein brutaler Ausverkauf am 10. Oktober radierte gehebelte Positionen im Wert von über 19 Milliarden Dollar aus. Seitdem agiert der Markt verunsichert.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Sichere Häfen im Aufwind, Krypto im Abseits

Während Bitcoin seitwärts tendiert oder nachgibt, feiern die klassischen Alternativen ein Comeback. Gold durchbrach am Montag die Marke von 5.000 Dollar und markierte ein Rekordhoch. Silber konnte seinen Marktwert seit Oktober gar verdoppeln. Selbst der S&P 500 rettete ein bescheidenes Plus von drei Prozent über die Zeit.

Die Skepsis der Privatanleger rührt vor allem aus dem makroökonomischen Gegenwind. Erneute Zoll-Drohungen der Trump-Administration und die Eskalation im Nahen Osten drücken auf das Sentiment. Coinbase warnt: Sollten Unruhen die Energiemärkte destabilisieren, könnte der Risiko-Appetit weiter schwinden.

Akkumulationsphase

Die Profis lassen sich davon nicht beirren. Die Umfrage zeigt eine eiserne Disziplin: 80 Prozent der Institutionellen gaben an, ihre Positionen bei einem weiteren Kursrutsch von zehn Prozent entweder zu halten oder sogar aufzustocken. Die Strategie ist klar: Man kauft den „Dip“.

Über die Hälfte der befragten Experten (54 Prozent) ordnet den aktuellen Zyklus entweder als Akkumulationsphase oder als Bärenmarkt ein – beides Szenarien, die langfristig orientierten Käufern in die Karten spielen. Entsprechend unbeeindruckt reagieren die Portfoliomanager auf das aktuelle Rauschen.

Trotz geopolitischer Störfeuer bleibt das Fundament stabil. Die US-Wirtschaft wuchs im vierten Quartal mit über fünf Prozent, die Inflation verharrt bei moderaten 2,7 Prozent. Coinbase setzt zudem auf die US-Notenbank: Zwei Zinssenkungen im Jahr 2026 könnten das nötige Schmiermittel für riskante Assets wie Bitcoin liefern.

Wer langfristig auf Bitcoin setzt, sollte sich vom aktuellen Kursniveau daher nicht entmutigen lassen und weiterhin dabeibleiben. Neueinsteiger warten derweil ein technisches Kaufsignal wie einen nachhaltigen Ausbruch über die Widerstandszone im Bereich von 94.000 Dollar ab.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

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