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Bitcoin: Klingbeils Steuer‑Hammer trifft Krypto‑Anleger

Bitcoin: Klingbeils Steuer‑Hammer trifft Krypto‑Anleger
Foto: Gemini
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Philipp Schleu Heute, 09:11 Philipp Schleu

Es ist ein oft gesehenes Muster der deutschen Finanzpolitik: Sobald das Geld knapp wird, schielt der Fiskus gierig auf die privaten Einkünfte der Bürger. Das Bundeskabinett hat nun den Haushaltsentwurf für 2027 abgesegnet – und damit den Angriff auf die letzte Bastion für Krypto-Anleger eingeläutet. Die steuerfreie Haltefrist für Bitcoin und Co. soll fallen. Nach dem Prinzip „Euer Risiko, unser Gewinn“ will der Staat künftig bei jedem Kursgewinn kräftig mitkassieren.

• Nach einem Jahr Haltefrist waren Krypto-Gewinne bisher steuerfrei – das soll ab 2027 mit der Einstufung als Kapitalvermögen (26,375 % Steuerlast) der Vergangenheit angehören.
• Experten warnen, dass durch die Verrechnungsmöglichkeit von Verlusten mit anderen Kapitalerträgen die erhofften Steuermehreinnahmen deutlich geringer ausfallen könnten als erhofft.

Bisher durften Anleger ihre Gewinne nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei einstreichen. Finanzminister Lars Klingbeil beendet dies nun per Federstrich. Künftig sollen digitale Assets wie Aktien besteuert werden: 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, macht 26,375 Prozent für die Staatskasse.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Die Doppelmoral der Gesetzgeber

Dass dieses Vorgehen unter dem Deckmantel der „Gerechtigkeit“ verkauft wird, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Es ist dieselbe politische Logik, die Steuern auf Tabak oder neuestens auch Zucker mit dem erhobenen Zeigefinger der Gesundheitsvorsorge rechtfertigt. Dass Tabak und Zucker nicht gerade gesund sind, ist unbestritten. Aber warum bleiben die Steuern auf Bier und Wein dann unangetastet? Sollte doch mittlerweile jedem die Gefahr von Alkoholkonsum bekannt sein.

Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.

Konrad Adenauer

Ein Bumerang für den Fiskus

Dass dieser Plan den Haushalt tatsächlich sanieren wird, darf bezweifelt werden. Ein Blick nach Österreich zeigt: Die erhofften Millionen-Einnahmen blieben ein müder Abklatsch der Erwartungen. Zudem dürften versierte Anleger den Spieß umdrehen: Wer Verluste realisiert, um seine Steuerlast bei anderen Kapitalerträgen zu drücken, lässt den Fiskus am Ende leer ausgehen.

Die geplante Krypto-Steuer ist ein ideologisch geprägter Griff in die Taschen der Anleger. Während der Staat bei vielen anderen Problemen oft hinterherhinkt, beim Abkassieren ist er blitzschnell.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

FAQs

Bleiben meine aktuellen Bitcoin-Bestände nach der Reform steuerfrei?

Details dazu sind noch unklar. Da noch kein konkreter Gesetzentwurf vorliegt, ist offen, ob bereits gehaltene Coins unter eine Bestandschutzregelung fallen oder ob mit dem Stichtag 1. Januar 2027 die Steuerpflicht für alle Verkäufe beginnt.

Kann ich durch die neue Regelung wenigstens Verluste geltend machen?

Wenn Krypto-Gewinne wie Kapitaleinkünfte besteuert werden, müssen Anleger im Gegenzug eigentlich auch Verluste uneingeschränkt mit anderen Kapitalerträgen verrechnen dürfen. Ob der Gesetzgeber hier Schlupflöcher lässt oder eine Sonderregelung einführt, bleibt abzuwarten.

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Gerd Weger ist seit den 1980ern erfolgreich an den Märkten aktiv und vielen Börsianern als Kolumnist der €uro am Sonntag oder als Betreiber seines legendären „Millionen­depots“ bekannt. Im Jahr 2017 hat er seinen Fokus von Aktien auf Kryptowährungen verlagert und legt nun ein Standardwerk vor: Der Schwerpunkt liegt auf den Bewertungsfaktoren von Bitcoin und Co. Die im Ver­gleich zu Aktien völlig anderen Ansätze zur Fundamentalanalyse werden in dem Buch systematisch dargestellt. Wichtig sind auch die Überlegungen für eine Steueroptimierung. Für aufgeklärte Investoren und Trader ist all dies unerlässlich für einen nachhaltigen Anlageerfolg mit Kryptowährungen. 

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