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Bitcoin: Schlechtester Monat aller Zeiten

Bitcoin: Schlechtester Monat aller Zeiten
Foto: Chidori_B/Shutterstock
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Philipp Schleu Heute, 09:35 Philipp Schleu

Der Juni markiert einen düsteren Meilenstein für die noch jungen Spot-Bitcoin-ETFs in den USA. Mit Netto-Abflüssen von insgesamt 4,5 Milliarden Dollar verzeichneten die Anlageprodukte den schwächsten Monat seit ihrem Debüt im Januar 2024. Besonders schmerzhaft: Der negative Trend hält nun bereits neun Tage in Folge an, allein am 30. Juni zogen Anleger weitere 222,6 Millionen Dollar ab.

• US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten im Juni einen Rekordverlust von 4,5 Milliarden Dollar; BlackRocks IBIT traf es mit 3,55 Milliarden Dollar am härtesten.

• Die massiven Umschichtungen in den SpaceX-Börsengang entzogen dem Kryptomarkt kurzfristig die Liquidität und sorgten für einen Mangel an frischem Kapital.

• Die Kryptowährung notiert mit rund 58.500 Dollar auf einem Neun-Monats-Tief; Experten warnen bei anhaltender Schwäche vor weiteren Kurskorrekturen.

Der Branchenriese BlackRock traf es dabei besonders hart. Das Aushängeschild IBIT verzeichnete im Juni Abflüsse in Höhe von 3,55 Milliarden Dollar. Damit übertrifft der Abwärtstrend des aktuellen Monats den bisherigen Negativrekord vom Februar 2025 – damals flossen 3,48 Milliarden Dollar ab – um rund 29 Prozent. Das gesamte verwaltete Vermögen der Spot-ETFs ist von einstigen Höchstständen über 110 Milliarden Dollar auf nunmehr rund 70,9 Milliarden Dollar zusammengeschmolzen.

Kapitalrotation belastet den Kurs

Der Grund für den massiven Rückzug ist vielschichtig. Experten sehen darin weniger einen Vertrauensverlust in das Krypto-Asset selbst, sondern eine Umschichtung im globalen Portfolio. „Erhöhte Zinsen, geopolitische Unsicherheit und ein vorsichtiges makroökonomisches Umfeld bewegen Institutionen dazu, das Risiko zu reduzieren“, erklärt Paul Howard, Senior Director bei Wincent.

Erschwerend kommt ein spezifischer Faktor hinzu: der Börsengang von SpaceX. Mit einem Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar zog der IPO massiv Kapital aus dem Markt. Laut Marktbeobachtern fehlte es in den vergangenen Wochen schlicht an frischem Geld, während das SpaceX-Listing Investoren lockte. Maxime Seiler, CEO von STS Digital, spricht von einer „Kapitalrotation in das größte Listing der Geschichte“.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Kursrutsch auf dem Parkett

Die Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs sind deutlich spürbar. Die größte Kryptowährung der Welt schloss am Dienstag bei rund 58.500 Dollar. Zuletzt galt dieses Preisniveau über längere Zeit im September 2024. Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich das Minus auf 20 Prozent. Analysten von Bitfinex warnen in ihrem aktuellen Report sogar vor einem weiteren Abwärtspotenzial bis in den Bereich von 40.000 Dollar im vierten Quartal.

Fundamentaldaten bleiben stabil

Trotz der kurzfristigen Verkaufswellen geben Branchenkenner Entwarnung, was die langfristige Perspektive betrifft. Die kumulierten Netto-Zuflüsse seit Bestehen der ETFs liegen weiterhin bei beachtlichen 51 Milliarden Dollar. Analysten werten die aktuellen Bewegungen daher nicht als Abkehr der Institutionen von Bitcoin, sondern als notwendige Konsolidierung.

„Es liest sich eher wie ein Abkühlen spekulativer Positionen als wie ein schwindendes Langzeitvertrauen“, kommentiert Renna Ba, Leiterin des Ecosystems bei Morph. Die aktuelle Phase wird von vielen Marktteilnehmern als Stabilisierungsprozess interpretiert.

Bis frische Impulse – etwa in Form von regulatorischer Klarheit (Sprichwort: Clarity Act) – eintreffen, dürfte sich der aktuelle Trend fortsetzen.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

FAQ

Was ist der Bitcoin?

Bitcoin ist das erste dezentrale, digitale Geldgesetz der Welt. Frei von Staaten, Notenbanken und Zensur. Das geniale Prinzip dahinter: Die Blockchain-Technologie sorgt dafür, dass jede Transaktion fälschungssicher und transparent dokumentiert wird, ohne dass es dafür eine Bank als Mittelsmann braucht. Da die Gesamtmenge unwiderruflich auf 21 Millionen Coins limitiert ist, ist Bitcoin im Gegensatz zu Euro oder Dollar inflationsgeschützt.

Wer hat den Bitcoin erschaffen?

Im Jahr 2008 veröffentlichte eine Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto das legendäre Bitcoin-Whitepaper. Bis heute ist die wahre Identität hinter dem Namen das größte und faszinierendste Geheimnis der Finanzwelt. Kurz nach dem Start des Netzwerks zog sich Nakamoto komplett zurück und übergab den Code der Open-Source-Community.

Kann der Bitcoin-Kurs theoretisch auf Null fallen?

Theoretisch ja, praktisch erscheint dieses Szenario heute äußerst unwahrscheinlich. Bitcoin hat sich in den vergangenen Jahren von einem Nischenprojekt zu einem weltweit anerkannten Vermögenswert entwickelt. Staaten halten Bitcoin-Reserven, große Vermögensverwalter bieten Spot-ETFs an und börsennotierte Unternehmen investieren Milliardenbeträge in die Kryptowährung.

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