Der Kryptomarkt zeigt sich aktuell von seiner volatilen Seite. Am späten Donnerstag fiel der Bitcoin zeitweise auf ein Tagestief von rund 58.200 Dollar. Zwar gelang dem Kurs seitdem eine leichte Erholung auf 59.890 Dollar, doch die Stimmung bleibt angeschlagen. Der Grund: Eine ausgeprägte „Risk-off“-Stimmung an den globalen Märkten belastet die gesamte Anlageklasse.
Auch die großen Altcoins ziehen die Anleger in den Abwärtssog. Ethereum verlor innerhalb von 24 Stunden 3,8 Prozent auf 1.555 Dollar, während XRP mit einem Minus von 3,6 Prozent auf 1,03 Dollar ebenfalls deutlich nachgab. Die Korrelation zwischen Bitcoin und den klassischen Aktienmärkten bleibt damit hoch.
Asiens Börsen im Ausverkaufsmodus
Die Nervosität hat sich am Freitagmorgen auf die asiatischen Handelsplätze übertragen. In Südkorea brach der Kospi-Index um mehr als acht Prozent ein, was die Handelsaufsicht zwang, einen „Circuit Breaker“ auszulösen und den Handel zeitweise zu stoppen. Japans Leitindex Nikkei 225 verlor 4,9 Prozent, und der Hang Seng in Hongkong büßte 2,3 Prozent ein.
Analysten sehen den aktuellen Kursverlauf als direkte Reaktion auf die globale Unsicherheit. „Die Kernfrage ist nun, ob Bitcoin die psychologisch wichtige Marke von 60.000 Dollar schnell zurückerobern kann“, sagt Jeff Ko, Chefanalyst bei CoinEx. Sollte sich dieser Bereich als Widerstand etablieren, drohe ein weiterer Abstieg in die Unterstützungszone zwischen 54.000 und 56.000 Dollar.
ETF-Abflüsse belasten die Stimmung
Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind die US-Spot-ETFs für Bitcoin. Laut Daten von SoSoValue verzeichneten diese am Donnerstag Nettoabflüsse in Höhe von 696,3 Millionen Dollar. Es ist der höchste Tagesabfluss seit dem 27. Mai und bereits der sechste Handelstag in Folge mit negativen Vorzeichen. Experten beobachten zudem genau die Entwicklung der US-Arbeitsmarktdaten sowie die Inflationsraten, die den Spielraum der Federal Reserve bei der Zinspolitik beeinflussen.
Zusätzliche Unruhe bringt die Situation um Strategy (STRC) in den Markt. Die Vorzugsaktien des Unternehmens fielen am Donnerstag auf ein Rekordtief und notierten zeitweise 26 Prozent unter ihrem Nennwert von 100 Dollar. Anleger zweifeln zunehmend an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells von Strategy, was den Verkaufsdruck weiter erhöht.
Anleger sollten die Marke von 58.000 Dollar genau beobachten – ein nachhaltiges Unterschreiten könnte charttechnisch den Weg für eine tiefere Korrektur ebnen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 16:00