Paul Tudor Jones schlägt Alarm. Der legendäre Investor sieht für den klassischen Aktienmarkt schwere Zeiten anbrechen. Während er bei US-Indizes vor einer verlorenen Dekade warnt, krönt er einen anderen Vermögenswert zum ultimativen Schutzschild gegen die Geldentwertung: Bitcoin.
Für Jones ist die Sache klar: Bitcoin ist das beste Mittel gegen Inflation, das es derzeit gibt. Damit stellt er die Kryptowährung sogar über das klassische Krisenmetall Gold. Der Grund dafür liegt in der Mathematik. Während die Goldmenge durch Bergbau jedes Jahr leicht steigt, ist die Anzahl der Bitcoins technisch fest auf 21 Millionen Stück begrenzt.
Diese absolute Knappheit macht Bitcoin laut Jones zum idealen Ziel, wenn Notenbanken und Regierungen massiv Geld in das System pumpen. Schon nach dem Pandemie-Crash im Jahr 2020 habe sich gezeigt, dass Bitcoin die logische Antwort auf staatliche Interventionen ist. Wer sein Vermögen schützen wolle, komme an der digitalen Münze nicht vorbei.
Düstere Aussichten für den S&P 500
Beim Blick auf die Wall Street schwindet Jones’ Optimismus hingegen merklich. Die Bewertungen am US-Aktienmarkt sind aus seiner Sicht gefährlich überhitzt. Er zieht Vergleiche zur Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende. Aktuell liegt das Verhältnis der US-Börsenkapitalisierung zum Bruttoinlandsprodukt bei rund 252 Prozent. Zum Vergleich: Vor dem Platzen der Tech-Blase im Jahr 2000 waren es 270 Prozent, im Krisenjahr 1929 lediglich 65 Prozent.
Entsprechend skeptisch fällt seine Prognose aus. Wer heute in den S&P 500 investiert, müsse damit rechnen, über die nächsten zehn Jahre eine negative Rendite zu erzielen. Es werde laut Jones in diesem Umfeld „extrem schwer“, mit Aktien überhaupt Geld zu verdienen.
Gefahr durch neue Aktienflut und Haushaltslöcher
Zusätzlich drückt ein potenzielles Überangebot auf die Preise. Jones erwartet eine Welle von Börsengängen. Firmen wie SpaceX oder KI-Pioniere wie OpenAI und Anthropic könnten dem Markt frisches Kapital entziehen. Wenn gleichzeitig Unternehmen weniger eigene Aktien zurückkaufen, steigt das Angebot an Papieren, was die Kurse weiter belasten dürfte.
Ein heftiger Rücksetzer an den Märkten hätte zudem fatale Folgen für den Staatshaushalt. Da etwa zehn Prozent der US-Steuereinnahmen aus Kapitalerträgen stammen, würde ein Börsencrash das Defizit massiv aufblähen. Dies wiederum würde den Anleihenmarkt unter Druck setzen und einen gefährlichen Kreislauf in Gang setzen. Jones bezeichnet diese Aussichten als „beunruhigend“. Auch JPMorgan-Chef Jamie Dimon warnte gestern vor der Gefahr einer möglichen Anleihekrise.
DER AKTIONÄR teilt Paul Tudors Ansicht nur teilweise: Während die Aktienmarkt weiterhin chancenreich bleibt, zeichnet sich beim Bitcoin tatsächlich ein Comeback ab. Welche 4 Krypto-Raketen jetzt zünden, erfahren Sie in der neuen Ausgabe. Diese finden Sie hier.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 10:55