Die von Tech-Milliardär Peter Thiel unterstützte Krypto-Börse Bitpanda stellt die Weichen für den Börsengang. Wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet, peilen die Österreicher ein Listing im ersten Halbjahr 2026 an. Überraschenderweise hat sich dabei nicht einer der vielen internationalen Börsenplätze durchgesetzt, sondern das Frankfurter Parkett.
Co-Gründer Eric Demuth hatte der City of London bereits zuvor eine klare Absage erteilt. Der Grund: mangelnde Liquidität. Während auch New York im Gespräch war, fiel die Wahl nun offenbar auf Frankfurt. Ein seltenes Vertrauensvotum für den deutschen Finanzplatz, das strategisch Sinn ergibt: Mit einem starken Hub in Berlin und einer soliden Basis in der DACH-Region spielt Bitpanda hier seinen Heimvorteil aus
Im Visier steht eine Bewertung von vier bis fünf Milliarden Euro. Um diese Bewertung zu rechtfertigen, setzt das 2014 gegründete Unternehmen auf prominente Unterstützung. Beauftragt wurden Goldman Sachs, Citigroup und die Deutsche Bank, um den Börsengang zu strukturieren.
Die Entscheidung für Frankfurt korrespondiert mit der operativen Strategie. Bitpanda und die Deutsche Bank vertiefen ihre Zusammenarbeit massiv. Beide Häuser kündigten bereits im Juli an, 2026 eine gemeinsame Krypto-Verwahrstelle zu lancieren – unterstützt durch die Infrastruktur des Schweizer Anbieters Taurus. Ein IPO in Frankfurt im selben Jahr würde diese Allianz auch kapitalmarkttechnisch zementieren.
Das Timing könnte kaum günstiger sein. Regulatorisch segelt Bitpanda dank der EU-Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets) in ruhigeren Gewässern als noch vor wenigen Jahren. Auch global hellt sich das Bild auf: Die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus sorgt für Fantasie im Sektor, die Hoffnung auf eine lockere US-Regulierung treibt die Kurse.
Bitpanda ist mit seinen Plänen nicht allein. Der Krypto-Sektor bereitet sich auf eine erneute IPO-Welle vor. Während 2025 bereits Kandidaten wie der Stablecoin-Emittent Circle oder die Börse Bullish an der Reihe waren, bringen sich Schwergewichte wie Kraken und BitGo nun ebenfalls in Stellung.
Mit Peter Thiel im Rücken und einer soliden Präsenz in den Kernmärkten DACH, Frankreich und UK ist Bitpanda bestens positioniert und für den Finanzplatz Frankfurt wäre ein Tech-IPO dieser Größenordnung ein dringend benötigtes Ausrufezeichen.
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