Nachdem Konkurrenten wie BitGo und Kraken bereits vorgelegt haben, zieht die erste US-Bank für digitale Assets nun nach. Laut Bloomberg sucht Anchorage Digital frisches Kapital in Höhe von bis zu 400 Millionen Dollar. Der Schritt dient als direkte Vorbereitung für den Börsengang im kommenden Jahr.
Zwischen 200 und 400 Millionen Dollar will das Unternehmen kurzfristig einsammeln. Eine „War Chest“, die für den angepeilten Börsengang im „nächsten Jahr“ gut gefüllt sein muss. Zuletzt wurde die Firma in einer Series-D-Runde 2021 mit drei Milliarden Dollar bewertet – eine Marke, die es im aktuellen Marktumfeld zu verteidigen oder zu übertreffen gilt.
Konkurrenzdruck steigt
Der Zeitpunkt der Meldung ist kein Zufall. Der Sektor erwacht aus dem Winterschlaf. Während Circle mit seinem Blockbuster-Listing im vergangenen Jahr bereits die Marschrichtung vorgegeben hat, reichte Konkurrent BitGo erst diese Woche entsprechende IPO-Unterlagen ein. Auch Handelsplattformen wie Kraken in den USA, Bitpanda in der EU und HashKey in Hongkong stehen in den Startlöchern.
Anchorage, 2017 von Diogo Mónica und Nathan McCauley gegründet, verlässt sich bereits seit längerem nicht mehr allein auf das reine Verwahrgeschäft (Custody). Durch die Übernahme von Securitize For Advisors und die Integration von Hedgey dringt man aggressiv in die Vermögensverwaltung und das Token-Lifecycle-Management vor. Im Rücken wissen die Gründer dabei prominente Geldgeber: Schwergewichte wie Apollo, KKR und Goldman Sachs sind bereits investiert.
Für Anchorage ist das geplante IPO die logische Konsequenz einer aggressiven Wachstumsstrategie. Doch der Weg zum Börsenglöckchen ist steinig. Das Unternehmen muss beweisen, dass die Zukäufe im Vermögensmanagement Früchte tragen
Heute, 15:10