Apple steht wie kaum ein anderes Unternehmen für Premium-Positionierung. Doch die aktuell in sozialen Netzwerken kursierende Idee eines Ultra-Luxus-iPhones für 5.000 bis 10.000 Euro wirft eine spannende Frage auf: Ist ein solcher Preissprung von den aktuellen 1.500 bis 2.000 Euro für ein Top-Modell realistisch – oder wiederholt sich hier das Desaster der Vision Pro?
Die Apple Vision Pro sollte der Einstieg in Spatial Computing werden – zum stolzen Preis ab 3.499 Dollar. Stattdessen floppte sie massiv: Produktion weitgehend eingestellt, Marketing-Budget in den Kernmärkten drastisch gekürzt, Verkaufszahlen im Weihnachtsquartal 2025 bei gerade einmal rund 45.000 Einheiten (IDC-Schätzung). Der Preis wirkt hier nicht als Exklusivitäts-Booster, sondern als klassische Abschreckung – verstärkt durch mangelnden täglichen Nutzen, praktische Schwächen (Gewicht, Akkulaufzeit) und fehlenden Status-Signalwert.
Premium läuft – aber nicht grenzenlos
Trotz solcher Warnschüsse läuft die Premiumisierung im Smartphone-Markt weiter auf Hochtouren. Ultra-Premium-Modelle ab etwa 800 Dollar wachsen schneller als der Gesamtmarkt, Apple und Samsung treiben den durchschnittlichen Verkaufspreis kontinuierlich nach oben. Bei Apple machen die Pro- und Pro-Max-Varianten bereits den Großteil des Umsatzes aus, und der durchschnittliche Verkaufspreis steigt Jahr für Jahr. Selbst in Zeiten von Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten zahlen kaufkräftige Kunden weiterhin hohe Summen – für bessere Kameras, Apple Intelligence und das nahtlose Ökosystem. Das iPhone bleibt ein starkes Statussymbol: Studien zeigen nach wie vor eine enge Korrelation zwischen iPhone-Besitz und hohem Einkommen.
Nische ja – Massenmarkt nein
Könnte ein iPhone also für 5.000 bis 10.000 Euro funktionieren? Als reines Nischenprodukt durchaus. Ein solches Gerät mit massivem Arbeitsspeicher, exklusiven On-Device-KI-Funktionen und einem limitierten Design aus exotischen Materialien könnte tatsächlich als Luxusgut wirken, ähnlich wie heute Ultra-Luxusuhren. Der hohe Preis würde hier nicht abschrecken, sondern im Gegenteil signalisieren: Das ist etwas für die wirklich Privilegierten. Entscheidend wären echte Innovationen. Und zwar jenseits von mehr Arbeitsspeicher. Es müssten extrem kleine Stückzahlen sein und ein hoher sozialer Signalwert. Bei 10.000 Euro müsste das iPhone nicht nur besser, sondern ikonisch anders sein. Genau das fehlte der Vision Pro.
Für die breite Masse ist ein solcher Preis jedoch illusorisch. Der psychologische Sprung von 1.500 bis 2.000 Euro auf das bis zu Fünffache ist gewaltig – besonders, wenn viele Menschen bereits bei den Grundausgaben sparen müssen. Selbst viele der vermeintlich wohlhabenden Apple-Kunden würden hier vermutlich abwinken und beim bewährten Pro Max bleiben.
Ein Ultra-Premium-iPhone könnte also durchaus Sinn ergeben. DER AKTIONÄR bleibt bei der Aktie derweil vorsichtig und beobachtet, ob aus der KI-Strategie mehr als eine Vision wird.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
Heute, 08:48