Die US-Regierung macht Ernst beim digitalen Gold. Patrick Witt, der oberste Krypto-Berater im Weißen Haus, kündigte auf der Konferenz „Bitcoin 2026“ in Las Vegas einen entscheidenden Fortschritt an. In den kommenden Wochen soll eine „große Ankündigung“ zur geplanten strategischen Bitcoin-Reserve folgen. Die Märkte horchen auf, denn die Pläne nehmen konkrete Formen an.
Der Grund für die Eile: Präsident Donald Trump hatte bereits im vergangenen Jahr einen präsidialen Erlass zur Schaffung der Reserve unterzeichnet. Doch ein solcher Erlass ist rechtlich fragil. Witt und sein Team arbeiten derzeit intensiv daran, die rechtlichen Hürden zu nehmen und die Bitcoin-Bestände auf der staatlichen Bilanz abzusichern. Aktuell bestehen diese Reserven primär aus Kryptowährungen, die die US-Behörden in Straf- und Zivilverfahren beschlagnahmt haben.
Während das Weiße Haus die administrativen Weichen stellt, bereitet die Politik den nächsten großen Schritt vor. Ein präsidialer Erlass kann von einem Nachfolger schnell widerrufen werden. Entsprechend drängen Befürworter im Kongress auf eine gesetzliche Verankerung, um die digitale Reserve dauerhaft zu zementieren.
Eine Million Bitcoin im Visier
In Washington formiert sich dafür eine parteiübergreifende Allianz. Der Abgeordnete Nick Begich gab bekannt, dass das entsprechende Gesetzesvorhaben nun unter dem Namen „American Reserves Modernization Act“ (ARMA) geführt wird. Das Ziel ist massiv: Die USA beabsichtigen, über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt eine Million Bitcoin zu erwerben. Das entspräche rund fünf Prozent der gesamten Umlaufmenge der Kryptowährung.
Die Strategie sieht vor, diesen Kauf „budgetneutral“ zu gestalten. Das bedeutet, dass keine neuen Schulden aufgenommen werden sollen, um die Käufe in Milliardenhöhe zu finanzieren. Stattdessen könnten bestehende Staatsreserven umgeschichtet werden. Auch wenn der Kongress für die endgültige Umsetzung zuständig ist, will die Exekutive nicht warten. Witt betonte, dass die Regierung in den nächsten Wochen einen „großen Schritt nach vorne“ machen werde, noch bevor das Gesetz verabschiedet ist.
Das Signal an die Märkte
Die Bedeutung dieses Vorhabens reicht weit über die USA hinaus. Sollte die größte Volkswirtschaft der Welt Bitcoin offiziell als Reserve-Asset führen, würde dies die Anlageklasse endgültig institutionalisieren. Witt spricht bereits von einem „Durchbruch“, der kurz bevorstehe. Die USA positionieren sich damit klar gegen internationale Konkurrenten und wollen ihre Vormachtstellung im digitalen Finanzsystem sichern.
Mit der geplanten Reserve von einer Million Bitcoin würde Washington den digitalen Vermögenswert faktisch auf eine Stufe mit Gold stellen. Gelingt die „große Ankündigung“ in den nächsten Wochen, dürfte dies den Bitcoin-Kurs ordentlich Rückenwind geben.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 13:43