Während die Welt auf den geopolitischen Paukenschlag in Venezuela blickt, nutzte der Bitcoin das Wochenende, um ordentlich Boden gutzumachen. Am heutigen Montagmorgen stieg er sogar kurzzeitig auf über 93.000 Dollar. Doch reicht das bereits als Befreiungsschlag?
Der Kursanstieg war allerdings kein Sololauf. Ethereum zog in den letzten 24 Stunden um 1,7 Prozent auf 3.194 Dollar an, während XRP mit einem Sprung von 5,5 Prozent die großen Altcoins anführt. Auch Solana (+2,3 Prozent) und BNB (+2,3 Prozent) reihen sich nahtlos in den Aufwärtstrend ein. Selbst im hochspekulativen Memecoin-Sektor herrscht Goldgräberstimmung: Pepe (+9,0 Prozent) und Bonk (+9,7 Prozent) verzeichnen massive Aufschläge, lediglich Dogecoin schwächelt leicht.
Asien gibt den Takt vor
Es ist nicht nur Krypto, das glänzt. Min Jung von Presto Research verweist auf eine korrelierte Aufwärtsbewegung in Asien: Der südkoreanische Kospi und der japanische Nikkei legten zum Wochenstart jeweils fast drei Prozent zu. „Die erste Woche des neuen Jahres wird oft für strategische Neupositionierungen genutzt“, so Jung. Nick Ruck von LVRG Research sieht zudem institutionelle Akkumulation als stabilisierenden Faktor. Der Blick der Händler richtet sich nun auf die psychologisch wichtige Marke von 95.000 Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch hier könnte den Weg für massive ETF-Zuflüsse im frühen Jahr 2026 ebnen.
Der Maduro-Effekt
Doch der eigentliche Treibstoff lieferte die Geopolitik. Die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Kräfte wurde von den Märkten überraschend positiv aufgenommen. Während Öl (WTI) leicht um 0,35 Prozent nachgab, fungierte der Krypto-Sektor am Wochenende mangels geöffneter Börsen als primäres Ventil für die Nachrichtenlage. Jeff Ko von CoinEx Research analysiert: Investoren werten die US-Präsenz im venezolanischen Ölsektor als langfristig bullish für Risiko-Assets.
Die unmittelbare Folge war schmerzhaft für die Bären: Binnen nur vier Stunden wurden laut CoinGlass Short-Positionen im Wert von 133 Millionen Dollar zwangsliquidiert – Brennstoff, der die Rally weiter anheizte.
Die Bullen haben vorgelegt, doch die Bewährungsprobe steht noch aus. Ausschlaggebend wird die Eröffnung der US-Aktienmärkte heute sein. Ein positiver Start an der Wall Street würde die These stützen, dass der „Maduro-Trade“ nachhaltig ist. Einen echten Aufwärtstrend hätten wir aber erst, wenn die 94.000-Dollar-Marke nachhaltig überwunden wird.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
05.01.2026, 08:16