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Bitcoin & Co: Investoren fürchten neuen Shutdown

Bitcoin & Co: Investoren fürchten neuen Shutdown
Foto: Chidori_B/Shutterstock
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Nikolas Kessler Heute, 09:05 Nikolas Kessler

Während der Goldpreis neue Höchststände erreicht, geht die Korrektur am Kryptomarkt weiter. Im dünnen Wochenendhandel ist der Bitcoin am Sonntagabend zeitweise um mehr als drei Prozent auf rund 86.000 Dollar gefallen. Einen Teil der Verluste konnte er seither aufholen, doch auch zum Start in die neue Woche dominieren die roten Vorzeichen.

Am Montagmorgen notiert die digitale Leitwährung bei rund 87.800 Dollar, ein Minus von knapp einem Prozent binnen 24 Stunden. Auf Sicht der letzten sieben Tage steht nun ein Verlust von fünf Prozent an der Kurstafel. Ethereum verliert auf 24-Stunden-Sicht rund zwei Prozent und fällt damit wieder deutlich unter die psychologisch wichtige 3.000-Dollar-Marke. Auch andere große Altcoins wie Solana, XRP, Monero und Cardano verzeichneten Tagesverluste zwischen zwei und fünf Prozent.

Die jüngste Schwäche am Kryptomarkt wird vor allem durch makroökonomische und geopolitische Unsicherheiten getrieben. Im Zentrum steht dabei das wachsende Risiko eines erneuten Regierungsstillstands in den USA. Demokratische Senatoren haben angekündigt, ein wichtiges Ausgabenpaket zu blockieren, sollte es Mittel für das Heimatschutzministerium enthalten.

Senatsmehrheitsführer Chuck Schumer bezeichnete den Gesetzentwurf als „völlig unzureichend“ und kündigte an, dass seine Fraktion nicht für das Vorhaben stimmen werde. Hintergrund sind die wachsenden Spannungen in den USA im Zusammenhang mit der US-Einwanderungsbehörde ICE, die dem Heimatschutzministerium unterstellt ist.

An den Prognosemärkten Polymarket und Kalshi ist die Wahrscheinlichkeit für einen neuerlichen Shutdown der US-Regierung massiv gestiegen – von rund zehn Prozent am Samstag auf bis zu 80 Prozent am Sonntag. Aktuell beziffern beide Plattformen die Wahrscheinlichkeit für einen Regierungsstillstand ab Samstag (31. Januar) auf rund 77 Prozent.

Wahrscheinlichkeit für Regierungsstillstand in den USA
Quelle: Polymarket
Wahrscheinlichkeit für Regierungsstillstand in den USA

Die politische Unsicherheit in Washington schlägt unmittelbar auf die Märkte durch. Am Kryptomarkt haben sich innerhalb weniger Stunden rund 100 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung in Luft aufgelöst. Der kumulierte Börsenwert alles Coins und Token, die Gesamtkapitalisierung sank zeitweise von 3,01 auf 2,87 Billionen Dollar.

Besonders heftig traf es wieder einmal gehebelte Positionen: Nach Daten von CoinGlass summierten sich die Liquidationen in den letzten 24 Stunden auf rund 679 Millionen Dollar, der Großteil davon Long-Positionen auf Bitcoin und Ether. Der Crypto Fear & Greed Index ist auf 20 Zähler gefallen und signalisiert damit den sechsten Tag in Folge „extreme Angst“. Die Bitcoin-Spot-ETFs in den USA haben zuletzt deutliche Abflüsse verzeichnet – ein Indiz, dass sich institutionelle Anleger aus dem Markt zurückziehen.

Anleger erinnern sich noch gut an die Auswirkungen des letzten längeren Shutdowns zwischen Oktober und November, als Bitcoin von seinem Allzeithoch bei über 126.000 Dollar auf unter 100.000 Dollar abstürzte. Analysten warnen, dass Bitcoin aktuell wie ein klassischer Risiko-Asset reagiert und damit anfällig für politische Unwägbarkeiten ist.

Zusätzlichen Druck erzeugen weitere Unsicherheitsfaktoren: mögliche Interventionen Japans am Devisenmarkt zur Stützung des Yen, Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump sowie militärische Spannungen im Nahen Osten. Im Fokus der Anleger steht zudem die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed sowie die Quartalszahlen mehrerer Tech-Giganten, darunter Microsoft, Meta, Tesla und Apple.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

An den Märkten mangelt es derzeit nicht an Unsicherheitsfaktoren, viele Anleger gehen da lieber in Deckung. Im Gegensatz zu Gold kann Bitcoin dabei nicht als „sicherer Hafen“ glänzen. Langfristig orientierte Anleger sollten sich davon nicht beirren lassen. Ein Neueinstieg drängt sich mit Blick auf das Chartbild aktuell aber nicht auf.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

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