Das Vertrauen der großen Akteure ist zurück. Die Spot-Bitcoin-ETFs in den USA haben am Dienstag erneut Zuflüsse verzeichnet und damit ihre Gewinnsträhne auf sieben Handelstage ausgedehnt. Eine solche Serie gab es zuletzt im Oktober vergangenen Jahres nicht mehr.
Die Daten von SoSoValue zeigen ein klares Bild: Insgesamt flossen am Dienstag 199,4 Millionen Dollar in die Produkte. Der Löwenanteil entfällt dabei auf den Branchenprimus. Allein der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock verbuchte Zuflüsse in Höhe von 169 Millionen Dollar. Auch der Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund (FBTC) zog mit 24,4 Millionen Dollar Kapital an, während kleinere Anbieter wie Ark & 21Shares sowie VanEck ebenfalls positive Zahlen meldeten. In den vergangenen sieben Tagen summierten sich die Zuflüsse auf rund 1,17 Milliarden Dollar.
Strukturelle Nachfrage statt Zockerei
Experten werten die aktuellen Bewegungen nicht als kurzfristige Spekulation. Rachael Lucas, Krypto-Analystin bei BTC Markets, spricht von einer „institutionellen Überzeugung“. Die Käufer agieren langfristig und lassen sich von geopolitischen Unruhen kaum beeindrucken. Selbst bei einer zwischenzeitlichen Korrektur stütze diese strukturelle Nachfrage das Preisniveau, da das Angebot bei jedem Rücksetzer konsequent aufgesogen wird.
Parallel dazu zeigen sich auch andere Krypto-Assets im Aufwind. Die Spot-Ethereum-ETFs verzeichneten am Dienstag ein Plus von 138,3 Millionen Dollar – der sechste Tag in Folge mit Zuflüssen. Auch Solana-ETFs (17,8 Millionen Dollar) und XRP-ETFs (4,6 Millionen Dollar) konnten frisches Kapital verbuchen.
Regulatorischer Durchbruch als Katalysator
Der eigentliche Wendepunkt für den Sektor könnte jedoch eine neue Leitlinie der US-Börsenaufsicht SEC und der CFTC sein. Die Behörden haben in einem 68-seitigen Dokument klargestellt, dass die Mehrheit der Kryptowährungen nicht als Wertpapiere einzustufen ist. Damit bricht die Behörde mit der harten Linie der Ära unter Gary Gensler, der noch versucht hatte, Assets wie XRP juristisch als Wertpapier zu definieren.
Für institutionelle Investoren ist dies das Signal, auf das sie gewartet haben. Die Compliance-Abteilungen von Banken und Vermögensverwaltern hatten bisher regulatorische Unsicherheit als Hauptgrund für ihre Zurückhaltung angeführt. Dieses Argument verliert nun massiv an Gewicht.
Die institutionelle Zurückhaltung weicht einer neuen Form der Akzeptanz. Wenn die Rechtsunsicherheit als zentrales Hindernis wegfällt, ist der Weg frei für eine breitere Palette an Krypto-Produkten. Ein Neueinstieg drängt sich derzeit allerdings noch nicht auf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 14:18