03.09.2019 Nicola Hahn

Handelskrieg: Diese zwei Grafiken müssen Sie kennen

-%
S&P 500
Trendthema

Seit mehr als einem Jahr liefern sich die USA mit China einen knallharten Handelskrieg. Dabei ist es ein ewiges Hin und Her, bei dem keine der beiden Großmächte nachgeben will. Die weltweiten Börsen reagieren indes immer nervöser. Allein das Ausbleiben weiterer Eskalationen wird vom Markt gefeiert. Mittel bis langfristig könnten die Folgen des Handelskrieges jedoch verheerend sein. Dies belegen zwei Grafiken der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Ab Sonntag sind die angekündigten Strafzölle in Kraft getreten. Die neuen Sonderabgaben betragen 15 Prozent und werden auf alle Importe im Wert von mehr als 125 Milliarden Dollar erhoben. Betroffen sind vor allem Konsumgüterartikel. China reagierte prompt und erhob weitere Zölle auf US-Produkte. Erstmals betroffen ist auch Rohöl aus den USA, dass in Zukunft mit einer Abgabe von fünf Prozent belegt wird.


Experten gehen davon aus, dass die Zölle mittelfristig zu Preiserhöhungen für US-Verbraucher führen dürften. Bereits jetzt reagieren die Märkte nervös und eine Verlangsamung der Weltwirtschaft ist zu erkennen. Doch das dicke Ende kommt erst noch. So rechnet es zumindest Bloomberg vor.

Die Analysten gehen dabei von aus, dass die Folgen des Handelskrieges am stärksten 2021 zu spüren sein werden (siehe Grafik unten). In der Spitze könnte die Weltwirtschaft, sprich das weltweite GDP, um mehr als 0,6 Prozent fallen.

Bloomberg Economics

Doch es gibt dabei noch einen verstärkenden Faktor. Sollten die weltweiten Börsen auch noch unter Druck geraten so wäre laut Bloomberg sogar ein Rückgang des weltweiten GDP um 1,3 Prozent möglich. 

Bloomberg Economics

Im Klartext: Ein Ausbleiben eines Abkommens zwischen den USA und China hätte enorme Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Das dicke Ende stände also erst noch bevor und eine Rezession wäre bei einem Rückgang um 1,3 Prozent vorprogrammiert. US-Präsident Trump kündigte zwar an, dass man die Gespräche wiederaufnehmen würde, aber angesichts der anstehenden Präsidentschaftswahl sollten sich Anleger nicht allzu viel erhoffen.