Morgen um 14.30 Uhr blickt die Finanzwelt gebannt auf die US-Arbeitsmarktdaten für den Monat Dezember. Nach den jüngsten Rekordfahrten an der Wall Street könnte dieser Bericht darüber entscheiden, ob die Bullen weiter das Zepter in der Hand behalten oder ein Kursrutscher droht. Das sind die möglichen Szenarien für den morgigen Freitag.
Am Freitag ist es endlich soweit. Die Veröffentlichung der sogenannten Nonfarm Payrolls steht an und dürfte das Handelsgeschehen massiv beeinflussen. Ökonomen erwarten im Durchschnitt einen Zuwachs von 54.000 neuen Stellen. Das wäre ein leichter Rückgang im Vergleich zum November, als noch 64.000 Jobs geschaffen wurden. Besonders spannend wird die Entwicklung der Arbeitslosenquote, die laut Konsens von 4,6 auf 4,5 Prozent sinken soll. Diese Zahlen sind von enormer Bedeutung, da sie den Kurs der Federal Reserve für die nächste Zinssitzung Ende Januar maßgeblich mitbestimmen werden. Nachdem die Datenlage durch den Regierungsstillstand im Herbst lange Zeit vernebelt war, kehrt nun die volle Transparenz auf das Parkett zurück.
Die Experten von JPMorgan haben für diesen Tag verschiedene Marktszenarien entworfen. Das wahrscheinlichste Szenario mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent sieht einen Stellenaufbau zwischen 35.000 und 75.000 vor. In diesem Fall könnte der S&P 500 laut den Händlern der Großbank um bis zu 0,75 Prozent zulegen. Sollte die Wirtschaft sogar zwischen 75.000 und 100.000 Stellen schaffen, hält JPMorgan sogar ein Kursplus von bis zu einem Prozent für möglich. Ein zu starker Arbeitsmarkt mit über 105.000 neuen Jobs könnte jedoch die Inflationssorgen befeuern und zu Verlusten führen, da die Anleger dann mit einer restriktiveren Geldpolitik rechnen müssten.
Michael Feroli, der Chefökonom von JPMorgan für die USA, zeigt sich mit einer Prognose von 75.000 Stellen etwas optimistischer als der Marktdurchschnitt. Er stützt seine Zuversicht unter anderem auf den Einstellungsindex der National Federation of Independent Business, der als verlässlicher Vorlaufindikator gilt. Dieser Index zeigt seit dem Sommer nach oben, was auf eine Beschleunigung der Einstellungsdynamik hindeutet. Anleger müssen jedoch abwägen, ob dieses Wachstum einen inflationären Impuls setzt. Es bleibt abzuwarten, ob die Wiederaufnahme der Einstellungen die Teuerungsrate erneut anheizt. Für die Marktteilnehmer ist dies der erste echte Härtetest im neuen Börsenjahr, bei dem jeder einzelne Datenpunkt auf die Goldwaage gelegt wird.
Die morgigen Daten werden der Stresstest für die aktuelle Rekordlaune. Bleibt der Bericht im erhofften Korridor, dürfte die Rally an Fahrt gewinnen. Bei extremen Abweichungen nach oben oder unten sollten sich Investoren jedoch auf turbulente Stunden einstellen. DER AKTIONÄR hält Sie auf dem Laufenden.
08.01.2026, 21:45