Die Wall Street hat am Mittwoch deutlich nachgegeben: Der Dow Jones verlor 1,6 Prozent und schloss bei 46.225 Zählern – ein neues Jahrestief. Damit liegt der Leitindex erstmals seit Monaten unter seiner 200-Tage-Linie. Auch der S&P 500 und der Nasdaq 100 gaben deutlich nach.
Grund für die Talfahrt waren neue Wirtschaftsdaten aus den USA sowie die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell, die erneut Sorgen über anhaltend hohe Inflation schürten. Die Notenbank hielt den Leitzins im Zielkorridor von 3,5 – 3,75 Prozent und erklärte, dass die Folgen der Entwicklungen im Nahen Osten für die US-Wirtschaft derzeit schwer einzuschätzen seien. Powell betonte in der Pressekonferenz: „Wir erwarten Fortschritte bei der Inflation – nicht so stark wie erhofft, aber dennoch spürbare Verbesserungen.“ Dennoch signalisierte die Fed, dass im laufenden Jahr noch ein Zinsschritt nach unten möglich sei. Zudem will Powell seine Amtszeit als Vorsitzender der Zentralbank fortzusetzen, falls sein designierter Nachfolger Kevin Warsh bis zum Ende von Powells Amtsperiode nicht bestätigt wird. Außerdem werde er seine Position im Board of Governors nicht aufgeben, bis die Ermittlungen des Justizministeriums gegen ihn abgeschlossen sind.
Inflation bleibt heiß
Die Großhandelspreise (PPI) stiegen im Februar um 0,7 Prozent – mehr als das Doppelte der von Analysten erwarteten 0,3 Prozent. Besonders betroffen sind Metalle, Industrieinput und Fertigungskosten.
Zusätzlich treiben die geopolitischen Spannungen die Energiepreise nach oben: Die Brent-Futures stiegen um 3,83 Prozent auf 107,38 Dollar pro Barrel, West Texas Intermediate notierte bei 96,32 Dollar. Hintergrund sind die Angriffe Israels auf Irans größte Gasverarbeitungsanlage in Bushehr sowie die iranischen Drohungen gegen Öl-Infrastruktur in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar.
Bei den Einzelwerten standen die Papiere von Swarmer mit einem Anstieg um 77 Prozent im Fokus. Seit dem IPO steht ein Plus von über 800 Prozent zu Buche. Die Aktie des Drohnenunternehmens fliegt damit allen anderen Werten davon.
Die nachbörslich vorgelegten Zahlen von Micron übertrafen die Erwartungen: Dank der starken Nachfrage nach Nvidia-AI-Chips hat der US-Konzern seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal fast verdreifacht und die Analystenerwartungen deutlich übertroffen: Mit 23,86 Milliarden Dollar lag der Umsatz weit über den prognostizierten 20,07 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie betrug 12,20 Dollar statt erwarteter 9,31 Dollar. Grund ist der anhaltende Engpass bei Speicherchips, insbesondere DRAM und NAND, die für KI- und Serveranwendungen benötigt werden. Micron konnte seine Kapazitäten ausbauen und profitiert von höhermargigen AI-optimierten Chips. Der Nettogewinn stieg auf 13,8 Milliarden Dollar, die Bruttomarge verdoppelte sich auf 74,4 Prozent. Besonders stark wuchs das Cloud- und Mobile-Geschäft. Nachbörslich fiel die Aktie trotzdem um drei Prozent.
Die Märkte bleiben weiterhin volatil. Besonders spannend wird morgen, wie die Anleger auf das bombastische Quartalsergebnis von Micron reagieren und ob die Aktie möglicherweise ein neues Rekordhoch erreichen kann. Wie sich Micron derweil im großen Härtetest der Redaktion geschlagen hat, erfahren Sie in der neuen Ausgabe. Diese finden Sie hier.
Heute, 20:59