Die Fed hat wie erwartet eine Zinspause eingelegt und den Leitzins in den USA unverändert belassen. Die Zielspanne für den Tagesgeldsatz liegt damit weiterhin bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Die Entscheidung fällt in eine heikle Marktphase: Die Ölpreise ziehen im Zuge der Spannungen rund um den Iran-Krieg deutlich an. Gleichzeitig senden Konjunkturdaten Warnsignale und schüren neue Inflationssorgen.
Laut der Erklärung des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) rechnen die Mitglieder mit einer Zinssenkung in diesem Jahr und einer weiteren im Jahr 2027, wobei der genaue Zeitpunkt unklar bleibt. Von den 19 FOMC-Teilnehmern erwarten sieben, dass die Zinsen in diesem Jahr unverändert bleiben – einer mehr als bei der letzten Prognose im Dezember. Für die folgenden Jahre zeigen die Prognosen eine breite Streuung; der Median geht jedoch von einer weiteren Senkung 2027 aus, bevor sich der Leitzins langfristig bei rund 3,1 Prozent einpendeln dürfte.
Update: Das hat Powell gesagt
Fed-Chef Jerome Powell erklärte, dass die US-Wirtschaft derzeit „ziemlich gut“ laufe, aber es Unsicherheiten gebe, insbesondere durch den Krieg mit Iran und die damit verbundenen steigenden Ölpreise. „Wir wissen nicht, welche Auswirkungen dies haben wird. Wirklich, niemand weiß es“, sagte Powell. Kurzfristig würden höhere Energiepreise die Gesamtinflation nach oben treiben, doch es sei zu früh, um das Ausmaß und die Dauer der möglichen Effekte auf die Wirtschaft abzuschätzen.
Zur Inflation erklärte Powell: „Die Prognose ist, dass wir Fortschritte bei der Inflation machen werden, nicht so viel, wie wir gehofft hatten, aber gewisse Fortschritte bei der Inflation.“ Er fügte hinzu, dass Mitte des Jahres mit Fortschritten bei den Zöllen zu rechnen sei, was zur Reduzierung der Zollinflation beitragen werde. Die geplanten Zinssenkungen seien jedoch abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung: „Wenn wir diese Fortschritte nicht sehen, wird es auch keine Zinssenkung geben.“
Powell wiederholte außerdem sein Mantra, dass die Geldpolitik der Fed keinem festen Kurs folge: „Wir treffen unsere Entscheidungen von Sitzung zu Sitzung.“ Die Fed habe zwei gesetzliche Ziele: maximale Beschäftigung und stabile Preise. „Wir bleiben verpflichtet, die maximale Beschäftigung zu unterstützen, die Inflation nachhaltig auf unser 2%-Ziel zu bringen und die langfristigen Inflationserwartungen gut verankert zu halten“, sagte er.
In einer ersten Reaktion auf den Zinsentscheid der US-Notenbark gab der Dow Jones leicht nach und nährte sich der Marke von 46.500 Zählern. Der S&P 500 entfernte sind derweil weiter von der wichtigen 7.000-Punkte-Marke.
Bereits kurz vor der Zinsentscheidung hatte sich die Wall Street schwächer präsentiert: Der S&P 500 gab um 0,7 Prozent nach, der Nasdaq 100 verlor rund 0,6 Prozent und der Dow Jones büßte knapp ein Prozent ein. Derweil zog Brent auf 109 Dollar je Barrel an. Trotz aller Bemühungen Trumps, die Lage an der wichtigen Meerenge von Hormus zu beruhigen, kennt der Ölpreis aktuell nur eine Richtung: nach oben.
Unter Druck stand zudem Gold: Die Feinunze fiel deutlich unter die 5.000-Dollar-Marke zurück und kostete zuletzt mit 4.891 Dollar rund 2,2 Prozent weniger. Der Bitcoin zeigte ebenfalls Schwäche und verlor rund drei Prozent auf 71.686 Dollar.
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