Gestern noch präsentierten sich die US-Börsen erstaunlich robust. Mit einem Tag Verzögerung haben nun aber auch sie die Folgen des Iran-Kriegs zu spüren bekommen. Vor allem der deutliche Anstieg der Öl- und Gaspreise schürte zu Beginn neue Konjunktur- und Inflationssorgen. Dennoch blieben die Verluste am Ende im Rahmen.
Die US-Börsen haben mit einem Tag Verzögerung die Folgen des Iran-Kriegs zu spüren bekommen. Sorgen vor einem länger andauernden Konflikt zwischen den USA und Iran sorgten für eine extrem volatile Sitzung. Zwischenzeitlich brach der Dow Jones um mehr als 1.200 Punkte beziehungsweise rund 2,6 Prozent ein und fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang Dezember, womit die Jahresgewinne kurzzeitig komplett ausgelöscht waren. Auch der S&P 500 verlor in der Spitze 2,5 Prozent, der Nasdaq sogar rund 2,7 Prozent.
Im weiteren Handelsverlauf beruhigte sich die Lage etwas, nachdem sich Präsident Donald Trump moderater geäußert hatte und damit einen Teil der Ängste dämpfte. Die wichtigsten Indizes machten einen Großteil ihrer Verluste wett, schlossen aber dennoch im Minus. Der Dow gab letztlich nur noch 0,8 Prozent auf 48.566 Punkte nach. Der S&P 500 verlor 0,9 Prozent auf 6.816,6 Punkte.
MongoDB ist nach Vorlage der Quartalszahlen massiv unter Druck geraten und zeitweise um rund 28,6 Prozent eingebrochen. Der Datenbankspezialist enttäuschte vor allem mit dem Ausblick, was bei Anlegern für einen regelrechten Ausverkauf sorgte und den Technologiesektor zeitweise belastete.
Palantir stand zunächst wegen Schlagzeilen rund um Großaktionär Peter Thiel unter Druck, konnte die Verluste im Handelsverlauf aber komplett wettmachen und drehte ins Plus. Die Aktie zeigte damit erneut relative Stärke.
PayPal setzte ein starkes Ausrufezeichen und legte gegen den schwachen Branchentrend rund 2,7 Prozent zu. Anleger spekulieren zunehmend auf eine operative Wende, nachdem sich die Aktie in den vergangenen Monaten deutlich verbilligt hatte.
Gold und Silber gerieten weiter unter Druck, was bei Minenwerten zu teils kräftigen Abschlägen führte. Steigende Renditen und ein festerer Dollar belasteten das Edelmetallsegment und sorgten für einen regelrechten Ausverkauf bei Produzentenaktien.
Der Bitcoin zeigt sich weiter angeschlagen und bewegt sich charttechnisch auf dünnem Eis. Marktbeobachter warnen, dass sich eine nachhaltige Bodenbildung noch hinziehen könnte, was die Risikobereitschaft im Krypto-Sektor dämpft.
Plug Power zündete dagegen ein Kursfeuerwerk. Nach positiven Impulsen sprang die Aktie zunächst um rund zehn Prozent an und baute die Gewinne im Verlauf sogar auf etwa 30 Prozent aus. Damit gehörte der Wasserstoffwert zu den klaren Tagesgewinnern an der Wall Street.
Rückenwind kam auch von Nvidia. Nach einer starken Kursentwicklung von rund 50 Prozent in den vergangenen Monaten äußerte sich Morgan Stanley nun noch optimistischer. Die bullishe Einschätzung stützte die Stimmung im KI- und Halbleitersektor zusätzlich.
Heute, 22:15