In der vergangenen Handelswoche präsentierte sich der Goldpreis in einer sehr starken Verfassung, und legte um rund sieben Prozent zu. Aktuell behauptet er sich oberhalb der Marke von 4.300 US-Dollar je Feinunze. Rückenwind kam unter anderem von neuen Arbeitsmarktdaten aus den USA, die schwächer ausfielen als erwartet.
Denn dadurch schwand an den Finanzmärkten die Aussicht auf eine baldige Zinserhöhung durch die Federal Reserve. Die am Freitag veröffentlichten Zahlen offenbarten eine überraschende Verschlechterung der Lage auf dem US-Arbeitsmarkt. Im Juli ging die Zahl der Beschäftigten zurück. Gleichzeitig wurde der zunächst gemeldete Stellenzuwachs nach unten korrigiert.
Inzwischen rechnen die Märkte nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 44 Prozent damit, dass die US-Notenbank ihren Leitzins im September um 0,25 Prozentpunkte anheben wird. Noch eine Woche zuvor war eine solche Entscheidung mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 67 Prozent eingepreist worden.
Indes bleiben die Notenbanken ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Goldmarktes. Besonders China baut seine Bestände weiter aus. Peking verfolgt damit unter anderem das Ziel, die eigenen Währungsreserven breiter aufzustellen und die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern. Nach Angaben des World Gold Council (WGC) haben die Zentralbanken im zweiten Quartal erneut größere Mengen Gold gekauft. Zu Jahresbeginn war die Nachfrage zeitweise zurückgegangen, nachdem der Goldpreis auf ein Rekordniveau gestiegen war. So setzte etwa China seine Käufe fort und stockte die eigenen Bestände um weitere 33 Tonnen auf. Damit verfügt die chinesische Zentralbank inzwischen über 2.346 Tonnen Gold.
Gute Aussichten für den Goldpreis
Dass der Goldpreis in der ersten Jahreshälfte trotz zahlreicher geopolitischer Spannungen zeitweise nachgegeben hat, bedeutet keineswegs, dass die Risiken weltweit geringer geworden sind. Gerade im Nahen Osten kann sich die Lage jederzeit wieder deutlich verschärfen. Eine erneute Eskalation könnte die Nachfrage nach Gold als vergleichsweise sicherem Anlagewert entsprechend ankurbeln.
Hinzu kommt die Einschätzung von Rohstoffexperten der Dekabank, dass ein Goldpreis von etwas mehr als 4.000 US-Dollar je Feinunze inzwischen ein zunehmend interessantes Einstiegsniveau darstellen könnte.
Für die nächsten sechs Monate erwartet die Dekabank einen weiteren Anstieg des Goldpreises auf bis zu 4.350 US-Dollar. Noch optimistischer fällt die Prognose von Goldman Sachs aus. Die Analysten der US-Investmentbank sehen den Goldpreis bis Dezember bei 4.900 US-Dollar je Feinunze.
Für zusätzlichen Rückenwind könnten zudem die wachsenden Sorgen über die hohe Staatsverschuldung wichtiger Volkswirtschaften sorgen. Insbesondere die Entwicklung in China bereitet Ökonomen zunehmend Kopfzerbrechen. Aber auch die USA kämpfen mit einer enormen Schuldenlast. Ein erheblicher Teil der staatlichen Einnahmen wird dort inzwischen für den Schuldendienst benötigt.
Es bleibt dabei: Der Goldpreis notiert auf einem historisch betrachtet sehr hohen Niveau. Daher bleiben die Perspektiven für die Goldproduzenten im Best of Gold Miners Index nach wie vor gut. Für konservativ ausgerichtete Anleger bietet sich das Indexzertifikat mit der WKN DA0AAY an. Mutige können auch auf spekulativere Produkte setzen.
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