Ob als Fondsmanager, Rohstoff-Guru oder Buchautor: Jim Rogers ist bereits seit vielen Jahrzehnten erfolgreich an der Börse aktiv. Im Gespräch mit BullionStar zeichnet er ein angespanntes Bild der internationalen Finanzmärkte. Seiner Einschätzung nach schwächen die Staaten ihre Währungen durch eine anhaltend expansive Geldpolitik.
Diese Entwicklung könne langfristig den Wert von Gold und Silber stützen. Beide Edelmetalle sieht Rogers nicht als kurzfristige Handelsobjekte, sondern als Vermögensschutz mit hoher Liquidität und einer langen Geschichte als Krisenanlage.
Rogers erklärt, dass er seine Bestände grundsätzlich nicht veräußern wolle. Phasen mit sinkenden Notierungen betrachte er vielmehr als Gelegenheit, seine Positionen auszubauen. Als wichtige Argumente für eine langfristig positive Entwicklung von Gold und Silber nennt er die weltweit hohe Verschuldung, geopolitische Konflikte und überzogene Bewertungen an den Finanzmärkten.
Besonders besorgt zeigt sich der Investor über die US-Staatsverschuldung, die inzwischen mehr als 40 Billionen US-Dollar beträgt. Er hält es für fraglich, wie diese Belastung ohne eine weitere Ausweitung der Geldmenge tragfähig bleiben soll. Eine solche Politik könne den Dollar zusätzlich schwächen. Auch Japan und andere große Volkswirtschaften hätten mit tiefgreifenden strukturellen Problemen zu kämpfen.
Dass Zentralbanken selbst bei hohen Edelmetallpreisen weiterhin Gold erwerben, wertet Rogers als Hinweis auf ein nachlassendes Vertrauen in staatliche Währungen. Gleichzeitig warnt er vor einer möglichen Übertreibung bei Technologiewerten. Das gelte insbesondere für Unternehmen und Geschäftsmodelle, die mit dem Boom der künstlichen Intelligenz verbunden sind.
Für die langfristige Entwicklung des Goldpreises bleibt Rogers dennoch zuversichtlich. Je nach Verlauf der Währungs- und Geldpolitik hält er sogar "absurde Preise" von 30.000 oder 50.000 US-Dollar je Feinunze für denkbar. Aussagekräftiger als der reine Dollarpreis sei jedoch die Frage, welche Waren und Dienstleistungen sich mit einer Unze Gold erwerben lassen.
Zum Schluss betont Rogers, dass Anleger ihre Entscheidungen selbst treffen und die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen müssten. Fehler seien dabei unvermeidlich und zugleich ein wesentlicher Bestandteil des Lernprozesses. Das komplette englischsprachige Interview finden Sie hier.
Auch DER AKTIONÄR bleibt für Gold zuversichtlich gestimmt. Um breit gestreut in diesem Sektor zu investieren, bietet sich weiterhin das Indexzertifikat mit der WKN DA0AAY auf den Best of Gold Miners Index an.
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