Der Goldpreis hat auf den gestrigen US-Zinsentscheid zunächst nachgegeben. Die Federal Reserve hob den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent an. Eine weitere Erhöhung in diesem Jahr ist möglich. Das bedeutet Gegenwind. Doch Gold hat sich zuletzt klar stabilisiert und notiert wieder klar über der Marke von 4.300 Dollar.
Höhere Zinsen belasten im Regelfall Gold, weil das unverzinste Edelmetall gegenüber verzinsten Anlagen an Attraktivität verliert. Der Schritt der Fed vom Mittwoch war jedoch weitgehend erwartet worden. Chinesische ETF-Zuflüsse, ein robuster Inlandsmarkt und Notenbankkäufe stützen derweil weiterhin die Nachfrage. Rückenwind liefert zudem der Ölmarkt. Brent gab zuletzt wieder etwas nach und bewegte sich unter die Marke von 105 Dollar je Barrel. Zusätzliche Kapazitäten über Oman dämpfen die Sorgen vor Exportausfällen nach Pipelineschäden.
Ein weiterer spannender Aspekt sind die Realzinsen. Sie entsprechen der Rendite von Anleihen abzüglich der erwarteten Inflation. Steigen Zinsen und Inflationserwartungen gemeinsam, fällt der reale Ertrag von Anleihen. Gold wird damit relativ konkurrenzfähiger, obwohl es selbst keine laufenden Erträge abwirft. Eine schwächere Konjunktur oder eine später wieder lockerere Fed-Politik könnte diesen Hebel zugunsten des Edelmetalls bewegen.
Für die positive Goldbilanz sprechen zudem geopolitische Risiken, hohe Staatsschulden und die Suche vieler Notenbanken nach einer Reserve jenseits des US-Dollars. Im zweiten Quartal 2026 kauften Zentralbanken netto rund 289 Tonnen Gold – 62 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Auf der kürzlichen Rising Stars Konferenz in Australien zeigte sich der viel beachtete Rohstoffinvestor Charlie Aitken äußerst positiv für den Rohstoffsektor und hier auch für Gold. Hier wiederholte er den bekannten Satz von JPMorgan: "Gold is money, everything else is credit." Angesichts hoher Staatsschulden und anhaltender Defizite könnte Gold als sicherer Wertspeicher weiter an Bedeutung gewinnen. Laut Aitken müsste die Unze bei einem Goldstandard – auch wenn eine Rückkehr dazu eher unwahrscheinlich ist – wegen der US-Schulden von über 40 Billionen Dollar seinen Berechnungen zufolge etwa 15.000 Dollar kosten. Gold sei daher unterbewertet.
Die Aussichten für den Goldpreis bleiben gut, auch wenn kurzfristig der Schwung fehlt. Wer breit auf diesen Bereich setzen will, liegt mit dem Best of Gold Miners Index, in dem Branchengrößen wie Barrick Mining oder Newmont vertreten sind, richtig. Ein gutes Produkt ist weiterhin das Indexzertifikat mit der WKN DA0AAY.
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