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22.03.2020 Leon Müller

Dow Jones vor nächster Horror-Woche: 2 Billionen US-Dollar gegen Corona-Folgen

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DowJones
Trendthema

Die USA stehen noch am Anfang der Coronavirus-Pandemie. Die Fallzahlen steigen rasant. Die US-Aktienmärkte befinden sich im freien Fall. Der Dow Jones hat bis Freitsag 35 Prozent vom Allzeithoch verloren. Jetzt will die Regierung ein Ein-Billionen-US-Dollar-Konjunkturpaket verabschieden. Es könnte sich sogar verdoppeln. Ob es den Absturz stoppen kann, wird angezweifelt.

Nicht kleckern, sondern klotzen: Bei den Verhandlungen für ein massives Coronavirus-Konjunkturpaket in den USA gibt es führenden Senatoren beider Parteien zufolge gute Fortschritte. Parlament und Regierung wollen voraussichtlich mehr als eine Billion Dollar (900 Milliarden Euro) in die Wirtschaft pumpen. "Wir machen sehr gute Fortschritte", sagte der führende Demokrat im Senat, Chuck Schumer, am Samstag. Es gebe weiter laufende Gespräche mit Republikanern und dem Finanzministerium, um eine schnelle Verabschiedung zu garantieren.

Volumen könnte 2 Billionen US-Dollar erreichen

Der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell erklärte, es gebe noch keine Einigung, aber bereits "wichtige Fortschritte". Alle Seiten seien sich der Dringlichkeit bewusst, den amerikanischen Bürgern und Firmen nun schnell Hilfe zukommen zu lassen. Er strebe eine Abstimmung im Senat über das Konjunkturpaket am Montag an, sagte McConnell. Das Konjunkturpaket werde ein Produkt der Verhandlungen der beiden großen Parteien und der Regierung sein, sagte er.

Das Volumen des Konjunkturpakets könnte Berichten zufolge sogar ein Volumen von zwei Billionen Dollar erreichen. Auf Nachfrage sagte Präsident Donald Trump dazu nur, es gebe gute Fortschritte. "Es wird ein Paket sein, wie es noch niemand je zuvor gesehen hat", sagte Trump im Weißen Haus. Zwei Billionen Dollar entsprächen etwa zehn Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung.

DowJones (ISIN: DE000DB2KFA7)

Nach Vorstellung der Republikaner sollen die meisten Steuerzahler unter anderem einen Scheck über 1200 US-Dollar bekommen, pro Kind soll es zusätzlich noch 500 US-Dollar geben. Allein für solche Direkthilfen sollen nach einer Vorlage des US-Finanzministeriums rund 500 Milliarden Dollar aufgewendet werden. Mit dem Konjunkturpaket soll auch kleinen und mittleren Unternehmen geholfen werden. Zudem soll es mehr Geld für den Gesundheitssektor und Arbeitslose geben.

Trump hatte am Freitag erklärt, wenn die ersten direkten Hilfszahlungen nicht ausreichen sollten, könnten in einem weiteren Schritt zusätzliche Auszahlungen an die Bürger beschlossen werden. Das genaue Ausmaß der wirtschaftlichen Verwerfungen der Coronavirus-Pandemie ist noch nicht absehbar. Viele Analysten befürchten inzwischen aber eine Rezession.

Die Coronavirus-Pandemie erreicht die Vereinigten Staaten mit leichter Verzögerung. Die Zahlen Infizierter steigen rasant. Die US-Aktienmärkte haben einen extremen Absturz erlebt, der sich auch Freitag vergangener Woche fortsetzte, als die Milliardenschweren Konjunkturhilfen schon längst Thema waren. Ein Beschluss des Kongresses am Montag würde zumindest mehr Klarheit schaffen. Ob er die Talfahrt der Märkte stoppen kann, ist hingegen zumindest fraglich. Zuletzt verpufften Maßnahmen beinahe wirkungslos oder verkehrten sich ins Gegenteil.

Mit Material von dpa-AFX