Die angespannte Lage im Nahen Osten hat den deutschen Aktienmarkt zum Monatsauftakt belastet. Auslöser waren Berichte über ein mögliches Ende der indirekten Gespräche zwischen dem Iran und den USA nach israelischen Angriffen im Libanon. Gleichzeitig sorgten neue militärische Entwicklungen in der Region für zusätzliche Verunsicherung. Die Folge: steigende Ölpreise und neue Inflationssorgen.
Der DAX verlor am Montag am Ende 0,4 Prozent auf 25.003 Punkte und hielt sich damit nur knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Zählern. Der MDAX gab deutlich stärker nach und fiel um 1,4 Prozent auf 32.900 Punkte. Der SDAX gab 1,2 Prozent nach auf 18.959 Punkte.
Top-Gewinner des Tages im deutschen Leitindex war die Aktie von SAP mit einem Plus von gut acht Prozent. Sie stieg damit auf den höchsten Stand seit Mitte März. Die Hoffnung der Anleger bleibt intakt, dass der anhaltende KI-Boom für Software-Unternehmen nicht nur Risiken, sondern vor allem erhebliche Wachstumspotenziale mit sich bringt. Zusätzlichen Rückenwind lieferten die Aussagen von Nvidia-Chef Jensen Huang, der die Perspektiven rund um Künstliche Intelligenz erneut unterstrich.
Stark zeigten sich im DAX auch Scout24 mit plus 3,0 Prozent, Brenntag mit plus 1,3 Prozent, RWE mit plus 1,3 Prozent und Siemens mit plus 1,1 Prozent. Kräftig unter Druck standen hingegen Rheinmetall (minus 6,7 Prozent), Bayer (minus 3,8 Prozent) und MTU Aero Engines (minus 3,7 Prozent).
Schwächer präsentierten sich auch Autowerte. Mercedes-Benz drehte nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und verlor 1,4 Prozent. Hintergrund sind Diskussionen über einen US-Gesetzentwurf, der Herstellern mit bedeutenden Beteiligungen aus als Gegner eingestuften Staaten den Verkauf von Fahrzeugen in den USA erschweren könnte.
Im MDAX konnten Nemetschek, Ionos und Redcare Pharmacy am stärksten zulegen. Wie im DAX standen aber auch hier die Rüstungswerte massiv unter Druck. Hensoldt büßte trotz eines optimistischeren Ausblicks auf den Mittelzufluss 5,8 Prozent ein. Bei Renk ging es mit minus 7,9 Prozent sogar noch stärker nach unten.
Heute, 19:54