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23.09.2021 Thomas Bergmann

Torpedo auf Vonovia und Deutsche Wohnen – Investor will Fusion verhindern

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Vonovia

Im Ringen um die Übernahme der Deutsche Wohnen versucht ein britischer Fonds dem Bochumer Immobilienkonzern Vonovia Steine in den Weg zu legen. Der Fonds Davidson Kempner hat nach eigenen Angaben beim Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung beantragt. Ob der Investor dadurch mehr Geld für sich und die Aktionäre herausholt, ist fraglich.

Der Fonds will erreichen, dass der Deutsche Wohnen die Ausgabe neuer Aktien und der Verkauf eigener Aktien an Vonovia untersagt wird, wie Davidson Kempner am Donnerstag mitteilte. Davidson Kempner besitzt nach eigenen Angaben 3,2 Prozent des Grundkapitals der Deutsche Wohnen und ist auch an Vonovia beteiligt.

Vonovia (WKN: A1ML7J)

Der Fonds wirft den beiden Wohnungskonzernen vor, die Rechte der Aktionäre umgangen zu haben. Der Vorstand der Deutsche Wohnen habe eine Reihe rechtlich fragwürdiger Maßnahmen ergriffen, "deren einziger Zweck es ist, Vonovia dabei zu helfen, die Kontrolle über Deutsche Wohnen zu erlangen", heißt es in der Mitteilung. Dadurch werde das Recht der Aktionäre, über den Erfolg des Übernahmeangebots von Vonovia zu entscheiden, wesentlich beeinträchtigt.

Vonovia versucht im dritten Anlauf, die Nummer zwei unter Vermietern zu übernehmen. Zweimal waren die Bochumer gescheitert, weil ihnen nicht genügend Aktien der Deutsche Wohnen angeboten worden waren. Um diesmal Erfolg zu haben, hatte Vonovia-Chef Rolf Buch Bedingungen in dem Übernahmeangebot fallen gelassen, unter anderem die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent der Aktien. Die Ausgabe neuer Aktien der Deutsche Wohnen ist eine Möglichkeit, mit der sich Vonovia die Mehrheit an der Deutsche Wohnen sichern könnte.

Es wird einige Aktionäre geben, denen das Übernahmeangebot von Vonovia zu wenig ist. DER AKTIONÄR bewertet das Angebot für beide Seiten jedoch als fair. Wer Deutsche-Wohnen-Aktien hatte, bekommt einen Aufschlag von knapp 20 Prozent. Als Vonovia-Aktionär sollte man vom Zusammenschluss profitieren – und nicht erst in zehn Jahren, weil ein Mondpreis bezahlt wurde.

(mit Material von dpa-AFX)