Schon wieder rote Vorzeichen bei Vonovia. Die Aktie notiert im frühen Donnerstagshandel leicht im Minus. Die Hoffnung auf eine Aufhellung des stark eingetrübten Chartbilds hat somit einen weiteren Dämpfer erhalten. Die erneute Kursschwäche hat einmal mehr einen einfachen Grund.
Kurz und knapp
• Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist auf 3,20 Prozent gestiegen.
• Höhere Zinsen sind Gift für Vonovia und Co.
• Das Chartbild bleibt massiv angeschlagen.
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist auf 3,20 Prozent gestiegen – den höchsten Stand seit 2011. Das setzt Immobilienwerte wie Vonovia erneut unter Druck. Die Aktie startet entsprechend schwächer in den Handel.
Für deutsche Immobilien-Aktien sind steigende Kapitalmarktzinsen ein klarer Belastungsfaktor. Höhere Renditen für Bundesanleihen verteuern perspektivisch die Finanzierung, drücken auf Immobilienbewertungen und machen festverzinsliche Anlagen im Vergleich zu Dividendentiteln attraktiver.
Gerade bei Vonovia rückt damit wieder ein Thema in den Mittelpunkt, auf das DER AKTIONÄR bereits mehrfach hingewiesen hat: die hohe Zinsabhängigkeit des Sektors.
Der jüngste Renditeanstieg hängt nicht zuletzt mit der verschärften Lage im Iran zusammen. Die Sorge vor Störungen der Energieversorgung hat die Ölpreise wieder nach oben getrieben und damit neue Inflationsrisiken geschürt.
Auch aus charttechnischer Sicht bleibt das Bild bei Vonovia negativ. Die Aktie notiert unter sämtlichen wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der Abstand zum GD 50 beträgt zwar nur rund ein Prozent. Zum GD 100 sind es aber über fünf Prozent und zum GD 200 sogar zwölf Prozent. Solange die Aktie diese wichtigen Marken nicht zurückerobert, bleibt der übergeordnete Negativtrend intakt und das Chartbild massiv angeschlagen.
Die Vonovia-Aktie ist auf dem aktuellen Niveau zwar attraktiv bewertet. Für einen Kauf reicht das allein aber nicht. Solange die Renditen am Kapitalmarkt steigen, die Inflationssorgen zunehmen und die geopolitische Lage angespannt bleibt, dürfte der Gegenwind für deutsche Immobilienwerte anhalten. Anleger warten daher mit einem Wiedereinstieg weiter ab.
Heute, 11:08
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