Die Ausschläge beim Silberpreis sind weiter extrem. Von seinem bisherigen Rekordhoch am 29. Januar bei 121,65 Dollar hat die Notierung bis zum Montag dieser Woche bis auf 71,38 Dollar korrigiert. Danach folgte eine schnelle Erholung, die den Silberpreis bis zur Wochenmitte bis auf über 92 Dollar zurück nach oben schnellen ließ, bevor der nächste heftige Einbruch folgte.
In der Nacht zum Freitag rutschte der Silberpreis zeitweise bis auf gut 64 Dollar ab. Hier folgte nun aber erneut eine rasche Erholung zurück über die wichtige 70-Dollar-Marke. Am Freitagmorgen notiert der Silberpreis nun derzeit bei 74,52 Dollar.
Laut Analysten der Saxo Bank kam es am Donnerstag zu kräftigen Verkäufen am chinesischen Terminmarkt sowie an der CME. Parallel dazu sank der Preisaufschlag des Kassakurses in Shanghai gegenüber London auf den tiefsten Stand seit drei Wochen – ein Hinweis darauf, dass die chinesische Nachfrage im Vergleich zum Weltmarkt nachlässt. Solange sich die Marktstruktur nicht durch eine geringere Volatilität und höhere Liquidität stabilisiert, dürfte Silber laut Saxo weiter stark in beide Richtungen schwanken.
Der starke Preisanstieg der vergangenen Wochen sei in seiner Heftigkeit deutlich überzogen gewesen und weder rational noch fundamental zu begründen, so Wolfgang Wrzesniok-Roßbach von Fragold. Für die kommenden Wochen erwarte er weiterhin eine hohe Volatilität mit einer Handelsspanne zwischen 60 und möglicherweise 100 Dollar je Unze. Zugleich fordert Wrzesniok-Roßbach, dass die EU und damit auch Deutschland Silber zügig als kritischen Rohstoff einstufen. Das Metall sei für die Wirtschaft unverzichtbar und spiele insbesondere für die Energiewende eine zentrale Rolle.
Die hohe Volatilität bei Silber hält an. Aktuell notiert der Silberpreis seit dem Jahresanfang noch rund vier Prozent im Plus. Seit Anfang 2025 beträgt das Plus weiter mehr als 150 Prozent. DER AKTIONÄR rechnet damit, dass hohe Volatiliät am Silbermarkt noch etwas anhalten wird. Wichtig wäre, dass der Silberpreis über der 70-Dollar-Marke ins Wochenende gehen kann. Bei den Anlegern ist derzeit Geduld gefragt. Eine Einschätzung zur aktuellen Lage lesen Sie in der neuen Ausgabe 07/2026 des AKTIONÄR, die Sie hier herunterladen können.
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