Konnte sich der Silberpreis zur Wochenmitte noch deutlich von seinem Crash erholen, geht es am Donnerstagmorgen bereits wieder kräftig nach unten. Zuletzt notierte das Edelmetall rund 17 Prozent unter seinem Erholungshoch vom Mittwoch. Damit setzt sich die extreme Schwankungsanfälligkeit des Edelmetalls fort.
Zuvor hatte Silber neue Rekordstände markiert, ehe es bereits am vergangenen Freitag zu einem Einbruch von fast 30 Prozent kam. Trotz der jüngsten Turbulenzen steht seit Jahresbeginn 2025 noch immer ein außergewöhnlicher Wertzuwachs von fast 150 Prozent zu Buche.
Marktbeobachter sehen die Ursache der Ausschläge weniger in der physischen Nachfrage als vielmehr in spekulativen Kapitalströmen. Stark gehebelte Positionen, Optionsgeschäfte und kurzfristig orientierte Trader hätten den Markt dominiert. Nach Einschätzung von Experten ist dieser spekulative Überhang noch nicht vollständig abgebaut. Zwar bleibt das fundamentale Nachfragebild intakt – Silber ist unter anderem für Solarenergie, Elektronik und Katalysatoren unverzichtbar –, doch kurzfristig mahnen Analysten zur Vorsicht.
Zusätzlichen Druck bringt die Anhebung der Margin-Anforderungen durch mehrere Metallbörsen. Auch die CME Group reagierte nach dem jüngsten Kursrutsch, was spekulative Engagements weiter unattraktiv macht. Laut Goldman Sachs habe der Preisverfall zudem automatische Absicherungen, Stopp-Loss-Marken und eine Kettenreaktion von Verkäufen ausgelöst.
Die Nervosität bleibt im Markt. Am Mittwoch notierte Silber noch bei mehr als 90 Dollar. Derzeit kostet eine Feinunze Silber 76,73 Dollar. Das Korrekturtief vom Montag lag bei 71,38 Dollar. Wichtig ist insbesondere, dass die 70-Dollar-Marke nicht nachhaltig unterschritten wird.
Wie erwartet bleibt die Volatilität am Silbermarkt hoch. Die langfristigen Aussichten sind aber weiterhin positiv. Bei den Anlegern ist derzeit Geduld gefragt. Eine Einschätzung zur aktuellen Lage lesen Sie in der neuen Ausgabe 07/2026 des AKTIONÄR, die Sie hier herunterladen können.
Heute, 06:44