Gold hat im Zuge des Iran-Konflikts deutlich an Glanz als Krisenabsicherung verloren. Laut Tai Hui, Chefstratege für Asien-Pazifik bei J.P. Morgan Asset Management, taugt das Edelmetall nur bedingt als verlässlicher Hedge. In den 20 Tagen nach Beginn der Angriffe fiel der Goldpreis von 5.415 auf 4.100 Dollar je Unze – ein Minus von rund 24 Prozent in der Spitze. Für viele Investoren ein Warnsignal.
Hui stellt laut dem Internetportal kitco.com klar: Die Korrelation von Gold mit Aktien oder anderen Risikoanlagen sei inkonsistent. Historisch betrachtet gleiche die Reaktion auf geopolitische Ereignisse eher einem Münzwurf als einer stabilen Absicherung. Gleichzeitig weist Gold eine Volatilität auf, die mit Schwellenländer-Aktien vergleichbar ist – bei gleichzeitig fehlendem laufenden Ertrag. Steigende Zinsen erhöhen zudem die Opportunitätskosten.
Dennoch bleibt Gold ein relevanter Baustein in der Vermögensallokation. Allerdings eher als Renditekomponente denn als Risikopuffer. Treiber sind vor allem strukturelle Faktoren: Zentralbanken kaufen weiterhin massiv Gold, um sich vom US-Dollar unabhängiger zu machen. Auch Sorgen über steigende Staatsverschuldung und Geldmengenausweitung stützen die Nachfrage.
J.P. Morgan sieht den langfristigen Aufwärtstrend intakt. Seit fünf Jahren ist der Goldpreis um mehr als 170 Prozent gestiegen. Gründe sind zunehmende geopolitische Spannungen, Inflationsängste und fragile Staatsfinanzen. Risiken bleiben jedoch: Sollte die Nachfrage der Zentralbanken nachlassen oder Privatanleger abspringen, könnte der Markt unter Druck geraten.
DER AKTIONÄR hatte bereits im Vorfeld des Iran-Krieges darauf hingewiesen: Gold wird unter Druck kommen, wenn die Aktienmärkte unter Druck kommen. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Institutionelle Gold als Cash-Ersatz genutzt haben. Der Aufwärtstrend bleibt allerdings intakt. Damit dürfen Anleger weiterhin mit mittelfristig steigenden Kursen rechnen.
Heute, 08:22