Ui, Börse kann stressig sein! Bitcoin fällt. Software-Aktien steigen. Chip-Aktien fallen. Der DAX liegt im Plus. An der Nasdaq geht es abwärts. Da ist es doch schön, dass Gold zur Abwechslung relativ gemütlich steigt und am Donnerstagnachmittag rund ein Prozent im Plus liegt. Doch der Anstieg beim Goldpreis hat einen Haken.
Nach dem Rücksetzer zur Wochenmitte steigt der Preis für Gold heute wieder deutlich und macht einen großen Teil der Verluste wett. Rückenwind kommt von fallenden US-Renditen, einem schwächeren Dollar und sinkenden Ölpreisen. Auslöser ist die Hoffnung auf eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon.
Der Preis kletterte wieder über 4.480 Dollar je Unze. Der Juli-Kontrakt legte zeitweise um 59,10 Dollar auf 4.526 Dollar zu.
Israel und der Libanon haben einer bedingten Waffenruhe zugestimmt. Voraussetzung ist allerdings, dass auch die vom Iran unterstützte Hisbollah ihre Angriffe vollständig einstellt. Damit bleibt die Lage fragil. In Teilen des Libanons gingen die Kämpfe laut Bloomberg zunächst weiter.
Für den Goldmarkt ist die Entwicklung dennoch wichtig. Der Nahost-Konflikt hatte zuletzt die Ölpreise nach oben getrieben und damit neue Inflationssorgen geschürt. Höhere Inflation kann die Notenbanken zu einer strafferen Geldpolitik zwingen. Das belastet Gold, weil das Edelmetall keine Zinsen abwirft.
Heute dreht dieses Bild kurzfristig. Brent fällt deutlich und rutscht unter die Marke von 95 Dollar je Barrel. Gleichzeitig geben die Renditen am US-Anleihemarkt nach. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sinkt auf rund 4,45 Prozent. Auch der Dollar schwächelt. Ein schwächerer Dollar macht das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger. Sinkende Renditen reduzieren zudem den Zinsnachteil gegenüber Anleihen.
Der Haken
Der Anstieg wirkt zwar erfreulich. Die großen Belastungsfaktoren sind aber nicht verschwunden. Die Waffenruhe ist fragil, die Inflation bleibt erhöht und Zinssenkungen sind weiter nicht in Sicht. Damit bleibt eine schnelle Rückkehr zu den Rekordhochs unwahrscheinlich.
Nach dem Test der 200-Tage-Linie am Mittwoch bleibt Gold zwar in einer Korrekturphase. Mit dem heutigen Anstieg hält aber erst einmal die Unterstützung, ein weiteres Abrutschen wurde verhindert. Während einige Aktien zwischen Rekordhochs und satten Tagesverlusten pendeln, geht es bei Gold gerade relativ gemütlich zu. Auch mal nett.
Heute, 17:10