Inflationsangst: nicht mit diesen Aktien!
14.05.2021 Martin Mrowka

Aurora Cannabis: Wenig berauschende Zahlen

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AURORA CANNABIS

Die Hoffnungen waren so groß, nachdem Joe Biden die US-Wahl gewonnen hatte. Die nahende Legalisierung von Cannabis in den USA sorgte im Januar und Februar für stark steigende Kurse der Marihuana-Aktien. Doch mittlerweile macht sich Ernüchterung breit. Auch die Quartalszahlen von Aurora Cannabis enttäuschen sehr.

Das kanadische Unternehmen Aurora Cannabis hat gestern nachbörslich Zahlen zum dritten Geschäftsquartal vorgelegt. Die Erwartungen der Wall Street wurden verfehlt. Die Aurora-Aktie kam bereits nachbörslich unter Druck. Am Freitag nun rauscht die Aktie um fast zehn Prozent in die Tiefe.

Verlust vier Mal höher als erwartet

Für das am 31. März beendete dritte Quartal meldete das Cannabis-Unternehmen in Calgary einen Verlust von 165,7 Millionen Kanadische Dollar (CAD). Auf Basis US-Dollar entspricht das 136,6 Millionen Dollar. Je Aktie beläuft sich der Verlust auf 0,85 CAD bei einem Umsatz von 55,2 Millionen CAD. Zuvor befragte Analysten hatten lediglich einen Verlust von 0,21 CAD bei einem Umsatz von 67 Millionen Can-Dollar erwartet.

Der Nettoumsatz fiel um knapp 21 Prozent auf 55,2 Millionen kanadische Dollar. Gleichzeitig erklärte das Unternehmen, dass es "weitere Kosteneinsparungen in Höhe von 60 bis 80 Millionen Dollar jährlich" vornehmen wolle. Diese Einsparungen seien zur Erreichung der finanziellen Ziele erforderlich und würden das künftige Umsatzwachstum nicht beeinträchtigen, so Aurora.

Umsatz mit Freizeit-Cannabis eingebrochen

Zwar erhöhte sich der Nettoumsatz mit medizinischem Cannabis um 17 Prozent. Doch der Umsatz mit Cannabis für den Freizeitgebrauch ist zwischen Januar und März um 53 Prozent eingebrochen. Den Umsatzrückgang führte Aurora zum Teil auf "Herausforderungen in ganz Kanada in Bezug auf den Verkauf in den Provinzen und den Zugang der Verbraucher zum stationären Einzelhandel zurück."

Mehrere Analysten stuften daraufhin die Aktie herab. Die Analysten von ATB etwa senkten das Kursziel für Aurora Cannabis drastisch von 13 auf 7,50 CAD. Die kurzfristigen Wachstumsaussichten des Unternehmens seien weiterhin ungewiss, hieß es zur Begründung. Auch Matt Bottomley, Analyst bei Canaccord Genuity, stufte die Aktie herab. Sein Kursziel halbierte er auf 7,00 CAD.

Der Desjardin-Analyst John Chu behielt sein Verkaufsrating bei und senkte das Kursziel für Aurora Cannabis nun von 11,00 auf 8,00 CAD. Cantor Fitzgerald wiederum blieb neutral und senkte sein Kursziel von 11,25 CAD auf 9,00 CAD.

Im frühen US-Handel verliert die Aktie von Aurora Cannabis am Freitag rund zehn Prozent auf 6,61 US-Dollar, konnte sich dann wieder etwas berappeln. In Deutschland kostete das Aurora-Papier via Tradegate zeitweise nur noch 5,46 Euro - so wenig wie zuletzt im November 2020 (siehe Chart).

AURORA CANNABIS (WKN: A2P4EC)

Die Aurora-Cannabis-Aktie bleibt angeschlagen. Auch charttechnisch hat sich das Bild weiter eingetrübt. DER AKTIONÄR hält das Papier auf der Watchlist.

Der gesamte Cannabis-Sektor bleibt labil. Mutige Anleger, die an ein baldiges Ende der Talfahrt glauben, aber kein Einzelinvestment wagen wollen, können sich über einen Korb aus den derzeit neun nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen des North American Marijuana Index engagieren – den AKTIONÄR North America Cannabis Select 10 Performance-Index.

Mit dem Tracker-Zertifikat mit der ISIN DE000VE21CB3 aus dem Hause Vontobel können Anleger direkt von der Entwicklung der AKTIONÄR-Auswahl profitieren. Aurora Cannabis ist mit einer Gewichtung von 10,5 Prozent derzeit fünftgrößte Position. An der Spitze steht mit einem Anteil von 19,3 Prozent Tilray vor Scotts Miracle-Gro, die auf 17,3 Prozent kommen.

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