Bei einigen europäischen Bankaktien läuft es auch 2026 blendend, trotz der durch den Iran-Krieg deutlich gestiegenen Unsicherheit. Die Nummer 1 ist aktuell die österreichische Raiffeisen Bank International. Bei den Wienern stehen nicht nur bald Quartalszahlen an. In einer wichtigen Angelegenheit gibt es nun Bewegung.
Kurz und knapp
• Die Raiffeisen Bank International ist 2026 mit mehr als 50 Prozent Kursplus Europas stärkste Bankaktie.
• Vor den Quartalszahlen rückt der Milliardenstreit mit Rasperia erneut in den Mittelpunkt.
• Eine mögliche Lockerung der Sanktionen könnte zusätzliches Kapital nach Wien bringen und Ausschüttungen ermöglichen.
Mit einem Plus von mehr als 50 Prozent ist die Raiffeisen Bank International klar das beste europäische Geldhaus im laufenden Jahr. Auf dem zweiten Platz liegt die Bawag, ebenfalls aus dem Alpenland, mit einer Performance von 32,7 Prozent. Beide Werte lassen den Branchenindex Euro Stoxx Banks mit 12,8 Prozent weit hinter sich.
Am 31. Juli, also kommende Woche Freitag, will der Vorstand der Raiffeisen Bank nun das Zahlenwerk für das zweite Quartal vorstellen. Nach Erlösen von 2,32 Milliarden Euro vor einem Jahr liegt die Marktprognose nun um rund 100 Millionen Euro darunter. Unter dem Strich wird von den Analysten ein Gewinn von 668 Millionen Euro gesehen, nach einem Verlust von 586 Millionen Euro vor einem Jahr.
Dieser stand im Zusammenhang mit dem Russlandgeschäft der Bank und den daraus resultierenden Abschreibungen und Wertminderungen. Sie ist das größte noch in Russland verbleibende Institut und kann aufgrund der Sanktionen im Rahmen des Ukraine-Kriegs ihre Geschäftseinheit nicht verkaufen. Dieser Verlust stand vor allem im Zusammenhang mit einer Klage der russischen Rasperia in Höhe von 2,04 Milliarden Euro Schadenersatz.
Nun wurde bekannt, dass die Raiffeisen Bank ihrerseits Rasperia in Österreich verklagen will. Es soll um 3,15 Milliarden Euro gehen. In Russland sind 28,5 Millionen Strabag-Aktien von Rasperia eingefroren sowie gepfändete Dividenden seit 2021. Der Vorstand der RBI hält einen positiven Ausgang für „höchst wahrscheinlich“.
Das Russlandgeschäft belastete in der Vergangenheit operativ, jedoch ist die Bank mittlerweile so stark aufgestellt, dass auch eine Komplettabschreibung gut verkraftbar wäre. Kann zumindest ein Teil des Kapitals nach Wien überführt werden, weil die Sanktionen gelockert werden, wäre das ein großer Hebel für zusätzliche Ausschüttungen an die Aktionäre. Der Aufwärtstrend bei der Aktie ist voll intakt, investierte Anleger bleiben an Bord.
24.07.2026, 10:47
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