02.12.2019 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Wieder im Visier der USA - droht die nächste Strafe?

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Die Deutsche Bank musste bisher einige negative Erfahrungen mit der US-Justiz machen. Im aktuellen Geldwäscheskandal rund um die dänische Dankse Bank geht es auch um die Beteiligung der Frankfurter. Es besteht die Gefahr, dass sich der Vorfall zum nächsten Skandal ausweitet.

Die Dankse Bank soll von 2007 bis 2015 verdächtige Zahlungen über ihre Filialen in Estland abgewickelt haben. Mit einem geschätzten Volumen von 200 Milliarden Euro ist es der bisher größte Geldwäsche-Skandal weltweit. Die Deutsche Bank war jahrelang als Korrespondenzbank tätig und führte daher Zahlungen für die Dankse Bank durch. Nun geht es laut Reuters darum, ob die Deutsche Bank der Danke Bank geholfen hat, auch Zahlungen in die USA zu leiten.

Bedenken übergangen?

Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte, in den vergangenen Jahren seien die internen Geldwäsche-Kontrollen verbessert worden. Zwei mit der Sache vertraute Personen berichten jedoch, dass frühere und derzeitige Mitarbeiter in den USA in der Vergangenheit bei Transaktionen, die auch Dankse betroffen hätten, Bedenken äußerten. Vorgesetzte hätten das aber ignoriert.

Die Deutsche Bank befindet sich mit dem im Sommer angestoßenen Umbau in einer kritischen Phase. Die Eigenkapitaldecke wird durch die Restrukturierungsmaßnahmen abgesenkt, das operative Geschäft schrumpft seit Jahren. Was man jetzt unter keinen Umständen gebrauchen kann, ist ein neuer Skandal – womöglich noch verbunden mit einer hohen Strafe.

Für das kommende Jahr sind das keine guten Aussichten, zumal die Zinsen in der Eurozone weiter sinken dürften. Anleger greifen zu Alternativen, wie der Sberbank oder der ING.

Deutsche Bank (WKN: 514000)