Die Berichtssaison läuft, und auch Anleger der Deutschen Bank müssen sich nicht mehr lange gedulden. Kommende Woche am Mittwoch, dem 29. April, will der Vorstand die Bücher für das erste Quartal öffnen. DER AKTIONÄR erklärt, ob das der Aktie endlich eine Initialzündung verleihen könnte.
Die großen Wall-Street-Häuser haben ihre Bilanzen für Januar bis März bereits vorgelegt und in Summe überzeugt, bis auf Ausreißer in einzelnen Segmenten. Gerade in ihrer Paradedisziplin, dem Anleihehandel, könnte die Deutsche Bank im abgelaufenen Quartal aber nun geschwächelt haben. Das legen Aussagen des Vorstandes aus der letzten Zeit nahe.
Das dürfte einer der Gründe sein, warum Analysten im Schnitt keine großen Sprünge bei Deutschlands Branchenprimus erwarten: Die Erlöse dürften im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lediglich bei rund 8,54 Milliarden Euro stagniert haben, der Nettogewinn ebenfalls fast unverändert bei 1,93 Milliarden Euro liegen.
Die Nettozinserträge sieht der Konsens zwar um etwa 200 Millionen Euro höher bei 3,84 Milliarden Euro, die Provisionseinnahmen sollen indes um fast denselben Betrag auf 4,67 Milliarden Euro gesunken sein. Von der hohen Volatilität infolge des Iran-Konfliktes hätte die Deutsche Bank demnach nicht profitiert.
Da hilft es auch nichts, dass die Papiere mit einem KGV von 9 noch immer zu den günstigsten der höher bewerteten Peergroup (2026 rund 11) gehören. Gefährlich wird es zudem nun aus charttechnischer Sicht: Die 50-Tage-Linie bei 27,82 Euro, die erst letzte Woche geknackt wurde, wird nun erneut angetestet, nun freilich als Unterstützung nach unten.
Die Aktie ist derzeit keine laufende Empfehlung. Nach einer Erholung, die die gesamte Branche vor rund zwei Wochen erfasste, scheint kurzfristig die Luft raus. Ob es zu einer positiven Überraschung bei den Quartalszahlen kommende Woche kommt, ist unklar. Zudem lastet der Iran-Konflikt auf dem Sentiment, Anleger verharren weiter an der Seitenlinie.
Heute, 07:20