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21.06.2021 Carsten Kaletta

Deutsche Bank: Negativ-Zinsen – die nächste Runde?

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Deutsche Bank

Bei der Tochter Postbank ist es bereits Realität – die Konzern-Mutter, die Deutsche Bank, denkt nun ebenfalls darüber nach. Laut Handelsblatt könnte der Branchenprimus seine Freibeträge für Einlagen ohne Minuszinsen unter die aktuelle Schwelle von 100.000 Euro senken. Die Aktie der Deutsche Bank verzeichnet in einem schwächeren Gesamtmarkt Abgaben.

Konkret: "Wir beobachten den Markt sorgfältig und werden niedrigere Freigrenzen auch für Neukunden der Deutschen Bank prüfen", sagte der Chef des deutschen Privatkundengeschäfts, Lars Stoy, dem Handelsblatt. Entschieden sei aber noch nichts.

Der Konzern hat bereits die Freigrenze für Giroeinlagen der Postbank auf 50.000 Euro gesenkt – und ab 25.000 Euro auf Tagesgeldkonten. Laut dem Vergleichsportal Verivox fordern inzwischen 345 Banken in Deutschland Negativzinsen von Privatkunden. Bei der deutschen Nummer 2, der Commerzbank, etwa wird ab dem 1. August die Grenze für Negativzinsen von 100.000 auf 50.000 Euro gesenkt. Betroffen davon sind neue Kunden der Commerzbank und solche, die erst nach dem 1. Juli 2020 zur Bank gekommen sind.

Stoy merkte darüber hinaus an, dass die Deutsche Bank aufgrund des rückläufigen Zinsniveaus auf der Einlagenseite jährlich einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag verliere - und das seit mehreren Jahren. „Das lässt sich auch durch noch so günstige langfristige Refinanzierungsgeschäfte mit der Notenbank oder Vereinbarungen über Verwahrentgelte mit unseren Kunden nicht ausgleichen“, so der Chef des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank.

Die Deutsche-Bank-Aktie verliert rund 1,9 Prozent und notiert bei 10,75 Euro.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Der Schritt der Deutschen Bank ist folgerichtig und mutig. Wie sich die Sparer verhalten, müssen jedoch die kommenden Quartale zeigen. Allerdings werden immer mehr Geldhäuser Negativzinsen einführen, da sie die EZB-Politik dazu zwingt. 

Bei der Aktie hat sich das Chartbild deutlich eingetrübt, so dass ich ein Neueinstieg derzeit nicht aufdrängt. Investierte Anleger bleiben weiterhin dabei und beachten den Stopp bei 8,00 Euro.