31.10.2019 Fabian Strebin

Deutsche Bank nach Kurssturz: Wie geht es jetzt weiter?

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Deutsche Bank
Trendthema

Die Deutsche Bank hat gestern ihre Zahlen zum dritten Quartal veröffentlicht. DER AKTIONÄR berichtete. Die Bank hat in diesem Zeitraum einen Verlust von 832 Millionen Euro nach Steuern eingefahren. Begründet wurde das vor allem mit hohen Kosten wegen des Umbaus. Im Kerngeschäft erwirtschafteten die Frankfurter einen Überschuss von 353 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sank jedoch der Gewinn in allen Sparten.

Am deutlichsten brach das Ergebnis vor Steuern in der Investmentbank ein: Im Vergleich zum Vorjahresquartal lag der Rückgang bei drei Viertel auf 64 Millionen Euro. Im Privatkundensegment sankt der Vorsteuergewinn um 22 Prozent wegen höherer Kosten und Ertragsrückgängen. Aufgrund einer gestiegenen Risikovorsorge brach in der Unternehmensbank der Gewinn vor Steuern um 27 Prozent ein.

Kursziel 5 Euro

Am Markt kamen die Zahlen gar nicht gut an, die Aktie verlor im Tagesverlauf fast acht Prozent. Heute notiert die Aktie wiederum leicht im Minus. Mittlerweile haben sich mehrere Analysten zu Wort gemeldet. Bei Barclays bleibt die Aktie auf „Underweight“ mit Kursziel 5,00 Euro. Analyst Amit Goel schreibt, die Ertragsentwicklung sei wenig inspirierend.

JPMorgan senkt Kursziel

Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Deutsche Bank von 6,25 auf 6,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Analyst Kian Abouhossein reduzierte die bereinigte Gewinnprognose je Aktie für 2019. Er begründete dies mit Belastungen für das Geldhaus aus dem Geschäft mit ertragsschwachen und nichtstrategischen Vermögenswerten. Diese Belastungen dürften sich auch im vierten Quartal fortsetzen.

Die Aktie ist nach Zahlen unter die 200-Tage-Linie bei 7,08 Euro getaucht und hat auch noch die 50- und 100-Tage-Linie nach unten durchbrochen. Damit wurde ein starkes charttechnisches Verkaufssignal geliefert. Die Entscheidung des AKTIONÄR, vor den Zahlen die Füße still zu halten war, goldrichtig. Es gilt aber weiterhin, dass die Entwicklung bei der Deutschen Bank nicht absehbar ist. Für das Gesamtjahr rechnen Analysten mit einem Verlust von 4,30 Milliarden Euro, nach 3,78 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten. Erst im kommenden Jahr wird sich zeigen, wie weit die Bank bei der Restrukturierung ist und ob es einen Lichtstreif am Horizont gibt oder nicht.

Deutsche Bank (WKN: 514000)