Bei der Deutschen Bank stand diese Woche eine Razzia im Fokus, bei der Transaktionen der Postbank aus der Zeit nach der Finanzkrise betroffen sein sollen. DER AKTIONÄR berichtete. Kommende Woche werden nun die Quartalszahlen erwartet. Obwohl die Erwartungen eher verhalten sind, ist ein Staranalyst optimistisch gestimmt.
Kurz und knapp
• Die Deutsche Bank veröffentlicht am 29. Juli ihre Quartalszahlen; der Markt erwartet einen höheren Erlös, aber einen deutlich niedrigeren Nettogewinn.
• Morgan-Stanley-Analyst Kian Abouhossein bestätigt seine „Overweight“-Empfehlung und sieht ein Kursziel von 41,00 Euro.
• Nach dem jüngsten Kursrückgang steht kurzfristig die 50-Tage-Linie bei 29,06 Euro als wichtige Unterstützung im Fokus.
Die Berichtssaison ist in vollem Gang, und auch in Europa haben mehrere Finanzinstitute Einblicke in ihren aktuellen Geschäftsverlauf gewährt. Am Mittwoch kommender Woche, dem 29. Juli, stehen die Quartalszahlen bei der Deutschen Bank an. Die Marktprognose ist jedoch wenig anspruchsvoll. Der Konsens geht zwar von einem Erlösanstieg auf 8,12 Milliarden Euro aus, nach 7,80 Milliarden Euro. Der Nettogewinn dürfte indes um rund 700 Millionen Euro auf 1,69 Milliarden Euro gesunken sein.
Anderer Meinung scheint Kian Abouhossein zu sein. Er ist Analyst bei der US-Großbank Morgan Stanley und hat gestern seine „Overweight“-Empfehlung und damit das Kursziel von 41,00 Euro bestätigt. Er hat innerhalb der von Bloomberg gelisteten Experten das höchste Kursziel ausgegeben. Die Analystengemeinde sieht im Mittel einen fairen Kurs von 33,58 Euro, also zwölf Prozent mehr als den aktuellen Kurs.
Abouhossein leitet aus den sehr starken Zahlen der US-Konkurrenz, gerade im Handelsgeschäft und generell im Investmentbanking, eine ebenfalls positive Entwicklung auch für die europäischen Häuser ab. Zwar in geringerem Umfang, aber neben der UBS und BNP Paribas gehört auch die Deutsche Bank zu seinen Favoriten. Er erwartet für die Investmentbanken auf dem Kontinent daher Potenzial für steigende Konsensschätzungen beim Gewinn je Aktie sowie für Neubewertungen.
Gestern ging es mit der Aktie der Deutschen Bank bergab. Das lag aber weniger an unternehmensspezifischen Themen wie der Razzia, sondern an der Situation im Nahen Osten und der Entwicklung an den US-Börsen. Kurzfristig gilt es nun, die 50-Tage-Linie bei 29,06 Euro als Unterstützung zu verteidigen.
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