Eigentlich war schon länger klar, dass die Bundesregierung nicht ewig bei ihrer Totalverweigerung einer Commerzbank-Übernahme durch die UniCredit bleiben konnte. Ende letzter Woche gab es nun verschiedene Berichte, dass sich tatsächlich etwas tut. DER AKTIONÄR erklärt, was das für Anleger bedeutet.
Kurz und knapp
• UniCredit hält inzwischen mehr als 47 Prozent der Commerzbank-Anteile und könnte am Markt weitere Aktien erwerben.
• Die Bundesregierung signalisiert offenbar, eine Übernahme nicht verhindern zu wollen, bereitet aber Forderungen an UniCredit vor.
• Ein höherer Angebotspreis könnte für Aktionäre kurzfristig entscheidend sein; die Übernahmefantasie erhält dadurch neuen Auftrieb.
Bei dem freiwilligen Übernahmeangebot, das Anfang des Monats endete, hat sich die UniCredit mehr als 47 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert. Das entspricht sogar 49,7 Prozent der Stimmanteile an der Frankfurter Großbank. In Zukunft könnten die Italiener am Markt weitere Aktien erwerben und so weiter in Richtung einer Übernahme kommen.
Bisher stand dem aber noch der Anteil von rund zwölf Prozent entgegen, den der Bund hält. Denn verschiedene Aussagen aus der Regierung legten bis zuletzt nahe, dass man die Fusion nicht unterstützt. Wie DER AKTIONÄR bereits berichtete, scheint sich das aber nun zu ändern. Bereits am Mittwoch hatte Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt, die Regierung wolle eine Übernahme nicht verhindern. Rein rechtlich fehlen dafür ohnehin die Mittel.
Nach einem Bericht von Bloomberg bereitet man innerhalb der Regierung wohl Forderungen an die UniCredit vor und wappnet sich damit für baldige Gespräche. Neben einer eigenständigen Börsennotierung in Frankfurt und einer Beibehaltung des internationalen Filialgeschäfts geht es auch noch um etwas, das für Aktionäre kurzfristig viel entscheidender ist.
Wie die Börsen-Zeitung berichtet, geht es bei einer möglichen Einigung um einen höheren Angebotspreis. Die Zeitung berichtet auch aus Bankkreisen, dass die Diskussionen innerhalb der Regierung noch nicht zu einer einheitlichen Position gekommen seien. Allerdings stehen derzeit offenbar keine Gespräche zwischen dem Bund und der UniCredit an.
Am Freitag ist die Aktie der Commerzbank zusammen mit der europäischen Branche eingebrochen. Generell dürfte die Nachricht zur Kompromissbereitschaft des Bundes die Übernahmefantasie stützen. Die Blockade gilt als eine der letzten Hürden. Anleger bleiben bei der laufenden Empfehlung an Bord.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
20.07.2026, 08:21
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