Der Übernahmekampf um die Commerzbank geht in die nächste Runde. Die Commerzbank hat die Finanzaufsicht BaFin aufgefordert, die jüngsten Angaben von UniCredit zum Stand des Übernahmeangebots zu prüfen. Die Commerzbank wirft den Italienern vor, mit ihren Mitteilungen ein möglicherweise irreführendes Bild der tatsächlichen Aktionärsunterstützung zu vermitteln.
Auslöser ist eine Meldung von UniCredit vom Dienstag. Darin erklärte die italienische Großbank, Investoren mit zusammen 7,58 Prozent des Commerzbank-Aktienkapitals hätten das Übernahmeangebot bereits angenommen. Zusammen mit den bestehenden Beteiligungen und Derivatepositionen habe UniCredit damit die Schwelle von 30 Prozent faktisch überschritten (DER AKTIONÄR berichtete, siehe Beiträge am Artikel-Ende).
An der Börse wurde dies als Zeichen gewertet, dass das Angebot zunehmend Rückhalt unter den Aktionären gewinnt. Dieser Darstellung widerspricht die Commerzbank jedoch deutlich.
„Die zuletzt von UniCredit kommunizierten Daten sind ohne ergänzende Erläuterungen irreführend“, erklärte die Commerzbank. Nach ihrer Auffassung begründe dies den Verdacht, dass UniCredit ihre Position in der Wahrnehmung des Marktes künstlich aufblähen wolle.
Nach Angaben der Commerzbank stammt der Großteil der angedienten Aktien von Banken und verbundenen Parteien. Darunter seien auch bekannte Derivate-Gegenparteien von UniCredit. Als Beispiel nennt die Commerzbank die japanische Investmentbank Nomura.
Aus Sicht der Frankfurter könne deshalb nicht von einer unabhängigen Unterstützung des Angebots durch die Aktionäre gesprochen werden.
Die Commerzbank fordert daher eine umfassende Prüfung des Sachverhalts durch die BaFin.
UniCredit weist die Vorwürfe zurück. Das Institut teilte mit, man kommentiere keine Unterstellungen ohne faktische Grundlage. Die gemeldeten Zahlen entsprächen den Tatsachen.
Die Fronten bleiben damit verhärtet. UniCredit legte im März ein formelles Übernahmeangebot vor. Die Commerzbank lehnt die Offerte weiterhin ab. Auch die Bundesregierung, die noch mehr als zwölf Prozent der Anteile hält, spricht sich gegen eine Übernahme aus. Das Tauziehen dürfte sich folglich weiter in die Länge ziehen.
FAQs zur Commerzbank
Was macht die Commerzbank?
Die Commerzbank ist eine der führenden Banken in Deutschland. Sie betreut Privatkunden, Firmenkunden und institutionelle Investoren. Nach der Deutschen Bank ist die Commerzbank die zweitgrößte börsengelistete Bank Deutschlands.
Ist die Commerzbank-Aktie im DAX gelistet?
Ja, die Commerzbank-Aktie ist im DAX gelistet und zählt damit zu den wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.
Zahlt die Commerzbank eine Dividende?
Ja, die Commerzbank zahlt grundsätzlich eine Dividende. Die Höhe hängt von der Geschäftsentwicklung, der Kapitalausstattung und den Beschlüssen von Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung ab. In den vergangenen Jahren wurde sie mehrfach kräftig erhöht. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 1,10 Euro je Aktie gezahlt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 15:28