BlackRock baut sich zum Finanzierer des KI-Booms um – und heute Abend kommt ein Härtetest für dieses Geschäft. Nach US-Börsenschluss legt Blue Owl Capital, einer der großen Kreditgeber außerhalb der Banken, Quartalszahlen vor. Die BlackRock-Aktie steht vorbörslich knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
BlackRock-Aktie: Wie viel bringt die KI-Finanzierung?
Rechenzentren verschlingen Geld, das Banken allein nicht bereitstellen. Hier setzt BlackRock an: Mit Microsoft, dem KI-Investor MGX aus Abu Dhabi und der eigenen Tochter Global Infrastructure Partners hat der Konzern die AI Infrastructure Partnership gegründet. Inklusive Fremdkapital sollen bis zu 100 Milliarden Dollar in Rechenzentren und Stromversorgung fließen. Größter Brocken ist die vereinbarte Übernahme von Aligned Data Centers für 40 Milliarden Dollar inklusive Schulden, mit mehr als fünf Gigawatt Kapazität.
Für Aktionäre zählt die Gebühr. Privatmärkte machten im dritten Quartal nur rund zwei Prozent des verwalteten Vermögens aus, brachten aber rund elf Prozent der Basisgebühren. Die Sparte verwaltet 336 Milliarden Dollar, im Quartal kamen 15,3 Milliarden neu hinzu.
Blue-Owl-Aktie: Reicht der Ertrag für die Dividende?
Genau dieses Kreditgeschäft prüft Blue Owl heute. Analysten erwarten einen bereinigten Nettozinsertrag von 32 Cent je Aktie nach 34 Cent im Vorquartal und Erträge von 384 Millionen Dollar nach 401 Millionen. Die Basisdividende liegt bei 31 Cent, der Puffer beträgt also einen Cent. Die Aktie notiert 26,6 Prozent unter dem Buchwert von 14,26 Dollar – der Markt traut den Kreditbewertungen nicht ganz.
Für BlackRock wäre ein schwacher Bericht zunächst ein Stimmungsproblem: Die Rückgabewünsche im hauseigenen HPS-Kreditfonds sanken laut Reuters im dritten Quartal auf 11,5 Prozent der Anteile, nach 13,3 Prozent. Steigen bei Blue Owl aber die Ausfälle, trifft die Skepsis genau das Geschäft, mit dem BlackRock mehr verdienen will.
Die BlackRock-Aktie kostet aktuell vorbörslich 1.184 Dollar und handelt fast am 52-Wochen-Hoch von 1.187 Dollar. Diese Marke ist der nächste Widerstand. Ende Oktober hat das Papier die fallende Trendlinie vom Augusthoch überwunden. Unterstützung bietet die Zone um 1.100 Dollar, an der die Aktie seit Dezember mehrfach gedreht hat; knapp darüber verläuft die 50-Tage-Linie bei 1.104 Dollar. Die 200-Tage-Linie liegt bei 1.064 Dollar, der Kurs 11,3 Prozent darüber. Rutscht die Aktie unter 1.100 Dollar, rückt diese Linie in den Blick.
BlackRock verdient am KI-Boom mit, ohne selbst Chips oder Rechenzentren zu bauen: Der Konzern stellt das Geld und kassiert die Gebühren. Im Privatmarkt bringt dabei jeder Dollar Vermögen ein Vielfaches an Gebühren gegenüber dem klassischen Fondsgeschäft. Schwache Blue-Owl-Zahlen können die Aktie kurzfristig bremsen, am Geschäftsmodell ändern sie wenig, solange die Rückgabewünsche bei HPS nicht wieder steigen.
DER AKTIONÄR bleibt bei seinem Votum: BlackRock ist ein Kauf.
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