28.11.2018 Martin Weiß

Zocker-Aktie PG&E: Kurs springt kräftig an!

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Haben defekte Stromleitungen von Pacific Gas and Electric, kurz PG&E, die Waldbrände in Kalifornien verursacht, die schlimmsten in der Geschichte des Golden State? Obwohl US-Experten seit Wochen mit Hochdruck nach der Brandursache fahnden, steht ein endgültiger Bericht noch aus. Für viele Anleger steht fest: PG&E könnte für die Brände verantwortlich sein und das reichte aus, um die Aktie in der Spitze um 60 Prozent abstürzen zu lassen. Zuletzt ging es für das Papier wieder nach oben, am Montag um 7,5 Prozent. Lohnt der Einstieg?

Das verheerende Feuer in Kalifornien ist unter Kontrolle der Schaden jedoch enorm: 88 Leichen wurden bislang geborgen und noch immer werden 160 Menschen vermisst. Experten schätzen den Schaden an Gebäuden und Infrastruktur auf bis zu 25 Milliarden Dollar. PG&E ist viel zu klein und zu schwach versichert, um für die Schäden im Haftungsfall aufkommen zu können. Die Firma hatte in der Vorwoche erklärt, dass ihre Versicherungssumme nur rund 1,5 Milliarden Dollar abdecke, und damit die Pleiteangst zusätzlich geschürt. Dass die Aktie bei 24 Dollar verharrt und nicht ins Bodenlose stürzt, hat einen einfachen Grund. Michael Picker, Chef der kalifornischen Energie-Aufsicht California Public Utilities Commission, will PG&E nicht pleitegehen lassen. Sein Plan: eine langlaufende Bail-out-Anleihe, finanziert mit Kundengeldern. Müsste die Aktie vor dem Hintergrund nicht viel höher notieren? Schon, aber es gibt einen Haken: An der Börse kaufen die Investoren Picker den Rettungsplan nicht zu 100 Prozent ab. „Die Aussagen sind viel zu dürftig, gerade in Bezug auf die Verluste, die auf Anleger in den kommenden Jahren zukommen können“, kritisierte Morningstar-Analyst Travis Miller in einem Interview. Dem Manöver mit der Anleihe müsste zudem erst der Gesetzgeber zustimmen.

Wie geht es weiter? Drei Szenarien
In Szenario 1 trifft den Konzern keine Schuld am „Camp Fire“. Die Aktie steigt in dem Fall um mindestens 50 Prozent. In Szenario 2 ist PG&Es Ausrüstung der Brandverursacher und die Bail-out-Regelung greift. Die Aktie fällt auf 20 Dollar und tendiert anschließend auf absehbare Zeit seitwärts. Szenario 3: PG&E ist haftbar, doch der Bail-out-Plan scheitert aus jetzt noch nicht bekannten Gründen. PG&E meldet sofort Insolvenz an und die Aktie fällt ins Bodenlose.

Nur für Zocker
PG&E ist hochspannend, aber nur für Zocker geeignet. Geht die Sache schief, drohen herbe Verluste.