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21.07.2015 Maximilian Steppan

Zalando: Umsatz top - Gewinn Flop

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DAX

Der Mode-Versandhändler Zalando ist im zweiten Quartal deutlich stärker gewachsen als erwartet. Trotzdem kommt die Zalando-Aktie im frühen Handel unter Druck, denn der Gewinn geht aufgrund gestiegener Kosten im Bereich Zahlungsabwicklung zurück. Das aktuelle Kursniveau sehen die Experten aus dem Haus der Baader Bank als Kaufchance und sehen für das Papier Luft bis 40 Euro.

Analyst  Volker Bosse begründete seine Kaufempfehlung in seiner Studie mit dem aus seiner Sicht weiter unterschätzten Margenpotenzial des Onlinehändlers. Mit Blick auf die Zahlen zum zweiten Quartal sieht er das niedrigere bereinigte operative Ergebnis durch die unerwartet starke Umsatzdynamik mehr als aufgefangen.

Den Umsatz hat das Berliner Unternehmen im Vergleich mit dem Vorjahresquartal um 33 bis 35 Prozent auf 727 Millionen bis 738 Millionen Euro gesteigert. Das Wachstum fiel damit deutlich höher aus als Analysten erwartet hatten und sich Zalando selbst zum Ziel gesetzt hatte. konnte das operative Ergebnis allerdings nicht mithalten und ist nach vorläufigen Berechnungen wahrscheinlich sogar gesunken.

Endgültiges Ergebnis am 13. August

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging wegen eines vorübergehenden Anstiegs im Bereich Payment zurück und liegt zwischen 22 und 37 Millionen Euro (Vorjahr: 35 Millionen Euro). Die Marge belaufe sich somit auf 3 Prozent bis 5 Prozent. Hier würde Zalando die eigenen Ziele und die Erwartungen der Experten nur erfüllen, wenn das endgültige Ergebnis am oberen Ende der Spanne liegt. Die detaillierten Zahlen sollen am 13. August veröffentlicht werden. Dann soll auch eine mögliche Anpassung der Prognosen kommuniziert werden.

Zalando hatte bereits im Mai mitgeteilt, dass bei einer anhaltenden Dynamik des Geschäfts das Umsatzplus leicht über dem Zielkorridor von 20 bis 25 Prozent liegen könnte. Nach sechs Monaten liegt Zalando mit einem Umsatzanstieg um 31 bis 32 Prozent deutlich über dem bisher gesetzten Ziel. Bei der operativen Marge rechnet Zalando bisher mit einem Wert von 4,5 Prozent. Diese Prognose hatte der Konzern erst im Mai erhöht. Bis Ende Juni wird der Wert nur erreicht, wenn der endgültige operative Gewinn das obere Ende der vorläufig berechneten Spanne erreicht.

Dabeibleiben

Die Enttäuschung auf der Gewinnseite haben einige Marktteilnehmer nun zu Gewinnmitnahmen veranlasst. DER AKTIONÄR hatte zuletzt aufgrund der charttechnischen Verfassung der Aktie zum Einstieg geraten. Investierte Anleger sollten sich von diesem kurzfristigen Rücksetzer nicht verrückt machen lasssen und weiter an Bord bleiben. Zalando befindet sich weiter auf Wachstumskurs und baut damit seine Marktposition aus, was die Grundlage für eine stärkere Monetarisierung in der Zukunft sein sollte. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 2,9 ist das Papier allerdings teurer als die Aktie des E-Commerce-Giganten Amazon, desssen KUV bei 2,5 liegt. DER AKTIONÄR ist bereits mit einem Turbo-Optionsschein auf Amazon im Derivate-Musterdepot investiert.

(mit Material von dpa-AFX)


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