19.02.2019 Börsen. Briefing.

Wirecard vs. Financial Times: Wer lügt? Es droht der Gesichtsverlust!

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Wirecard
Trendthema

Seit der Veröffentlichung eines FAZ-Artikels, in dem es heißt, ein Leerverkäufer habe zugegeben vor Veröffentlichung der Artikel in der Financial Times von diesen gewusst zu haben, überschlagen sich die Ereignisse. Die BaFin hat Leerverkäufe der Aktie untersagt, die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen FT-Redakteur Dan McCrum. Die Reaktionen sind kontrovers. Doch wer lügt?

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Dass der in der vorigen Woche veröffentlichte FAZ-Artikel hohe Wellen schlagen würde, war schon kurz nach seiner Veröffentlichung klar. In einer ersten Reaktion holte die Wirecard-Aktie einen Teil ihrer Verluste auf, legte gestern dann einen kräftigen Spurt um über 15 Prozent aufs Parkett. Vorausgegangen war dem (zur Abwechslung) erfreulichen Wochenauftakt die Bekanntgabe einer Entscheidung der BaFin. Die Finanzaufsicht hat Leerverkäufe der Aktie untersagt. Shortseller dürfen ihre Engagements nicht weiter ausbauen. Bisher unbeteiligte erst gar nicht neue eingehen. Für die Financial Times ist das Grund zur Kritik. (FT.com)

Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken (darunter auch auf der Facebook-Seite des AKTIONÄR) bringen mehr als alles andere zum Ausdruck, dass sich bei Wirecard zwei Lager gegenüberstehen: Beide lassen sich dabei als Zweifler bezeichnen, mit dem Unterschied, dass die einen die Integrität der Financial Times in Frage stellen, die anderen jene der Wirecard AG. Eine Frage drängt sich dabei immer mehr in den Vordergrund: Wer (von beiden) lügt? 

FT-Redakteur Dan McCrum schreibt übers Wetter

Ist London zu dieser Jahreszeit nicht einfach wunderschön? Financial Times-Autor Dan McCrum, der mit seiner Artikelserie eine Kurslawine in Gang gebracht hat, sinnierte kurz nach Veröffentlichung des FAZ-Artikels über das schöne Wetter an diesem Tag in London – und äußerte sich anders als zuvor nicht zu aktuellen Entwicklungen rund um Wirecard.

What a beautiful day. London is a delight on these crisp sunny mornings.

Die FT hingegen dementierte, Informationen weitergegeben zu haben.

Couldn't have said it better myself. Financial Times response to a crappy distraction piece, avoiding the issues raised and no mention of the Singapore Raids. @wirecard refuse to comment. @business @FT @Reuters #DejaVu pic.twitter.com/xgG6XkJ4Py

Der ersten Reaktion von Dan McCrum folgte gestern schließlich eine zweite, als am Vormittag erneut durch einen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bekannt wurde, dass die Staatsanwaltschaft München gegen ihn ermittelt. 

FT Statement https://t.co/Jv3cS7OIUd pic.twitter.com/ehZ254cTS4

Dabei verweist McCrum auf eine erneute Klarstellung der Financial Times.

Erstaunlich an dieser neuerlichen Klarstellung der FT ist, dass sie im Grunde nichts Neues gegenüber der vorherigen Erklärung beinhaltet – und in dieser Form damit gar nicht notwendig gewesen wäre. Offen ist nach wie vor, woher der Zeuge, der bei der Staatsanwaltschaft München angegeben hatte, zuvor von den Veröffentlichungen in der FT gewusst zu haben, diese Information hatte. 

Bezogen auf den eigentlichen Kern des Streits – die von Dan McCrum und seiner Kollegin Stefania Palma erhobenen Vorwürfe gegen die Wirecard AG –, wird es erst Aufklärung geben, wenn die Gesellschaft den Prüfbericht der Compliance-Kanzlei Rajah & Tann veröffentlicht. Unter Umständen müssen sich Anleger diesbezüglich aber noch in Geduld üben. Ein finales Datum aber lässt sich dennoch ausmachen.

Am Ende wird der gesamte Vorgang einen Verlierer haben, schreibt Bernd Neubacher in der Börsen-Zeitung: "Die Fehde mit dem britischen Finanzblatt ist derweil so weit fortgeschritten, dass eine der beiden Seiten das Gesicht verlieren dürfte: die Zeitung, weil sie ihre Darstellung nicht aufrechterhalten kann, oder das gegen das Blatt klagende Fintech, weil die von ihm ausgemachten falschen Falschbehauptungen wahr sind."

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